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Tauchen die Swisscom-Aktien um 20 Prozent?

Die wohl mächtigste Bank der Welt sagt den Aktien von Swisscom einen Rückschlag vorher - Offenlegungsmeldung der Swatch Group sorgt für rote Köpfe - Und: Was weiss eine Analystin bei Richemont mehr als andere?
10.01.2017 12:30
Tauchen die Swisscom-Aktien um 20 Prozent?
Bild: fotolia.com

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Wenn Goldman Sachs eine Empfehlung ausspricht, sind den betroffenen Aktien grössere Kursbewegungen so gut wie sicher. Schliesslich gilt die amerikanische Grossbank als die wohl mächtigste Bank der Welt.

Zwar werden die dividendenstarken Aktien von Swisscom von den für Goldman Sachs tätigen Analysten schon eine ganze Weile zum Verkauf empfohlen. In einer mir aus London zugespielten Branchenstudie streichen sie ihr 12-Monats-Kursziel allerdings auf 380 (430) Franken zusammen. Bei keiner anderen europäischen Telekommunikationsaktie lässt sich auch nur ein annähernd so umfassendes Rückschlagspotenzial ableiten.

Kursentwicklung der Aktien von Swisscom in den vergangenen Wochen; Quelle: www.cash.ch

In Erwartung eines intensiveren Wettbewerbs im Heimmarkt Schweiz befürchten die Studienautoren zu Lasten des Marktführers gehende Marktanteilsverluste. Vor diesem Hintergrund halten sie den Bewertungsaufschlag von 25 Prozent gegenüber dem Branchendurchschnitt für nicht gerechtfertigt.

Experten warnen schon seit der französische Milliardär Xavier Niel im Dezember vor zwei Jahren Orange Schweiz übernahm und zu Salt umbenannte, vor einer härteren Gangart unter den drei führenden Anbietern. So richtig schlug der angeblich intensivere Wettbewerb bei Swisscom bisweilen aber nicht auf die Geschäftsentwicklung durch.

Vermutlich wird erst die Jahresergebnispräsentation vom 8. Februar darüber entscheiden, ob die Aktien von Swisscom nach von einer Kurserholung geprägten Wochen in altes Fahrwasser zurückfallen.

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Noch im Dezember bauten ausländische Leerverkäufer ihre Wetten gegen die Inhaberaktien der Swatch Group kräftig aus, wie Erhebungen des Beratungsunternehmens Markit zeigen. Wie mir aus London berichtet wird, treten erste Baissiers allerdings bereits wieder den Rückzug an.

Auch eine gestern bekannt gewordene Offenlegungsmeldung an die Schweizer Börse SIX erweist sich als trügerisch, obschon diese eine Beteiligungsreduktion von 40,1 auf 39,7 Prozent durch die Erbenfamilie Hayek suggeriert. Auf Nachfrage beim Unternehmen lässt man mich allerdings wissen, dass der Aktionärsgruppe auch noch weitere Grossaktionäre angehören. Mit anderen Worten: Womöglich haben sich diese von der einen oder anderen Aktie getrennt.

Schon seit 12 Monaten bewegen sich die Aktien von Swatch Group (rot) und Richemont (grün) im Gleichschritt; Quelle: www.cash.ch

Auf den zweiten Blick birgt die Offenlegungsmeldung damit nicht den Stoff, aus dem die Träume der Leerverkäufer sind. Schon in wenigen Tagen steht letzteren die nächste Bewährungsprobe an. Dann nämlich informiert der Rivale Richemont über die Absatzentwicklung im Weihnachtsquartal.

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Mut beweist heute die für Morgan Stanley tätige Autorin einer Unternehmensstudie. Sie stuft darin die Aktien von Richemont von "Equal-weight" auf "Overweight" herauf. Und um ihrer Kaufempfehlung den nötigen Nachdruck zu verleihen, erhöht die Luxusgüteranalystin auch gleich noch kräftig das Kursziel. Neu wird letzteres mit 78 (61) Franken angegeben.

Man fragt sich, ob die Studienautorin im Hinblick auf den Zwischenbericht vom kommenden Donnerstag eventuell sogar mehr als andere weiss - zumal sie in den vergangenen Jahren immer wieder ein feines Gespür für die Valoren von Richemont bewies.

Allerdings begründet die Analystin ihre Kaufempfehlung mit den intakten Wachstumsaussichten im Schmuckgeschäft und dem Restrukturierungspotenzial im Uhrengeschäft. Einen möglicherweise durchwachsenden Zwischenbericht schliesst sie hingegen nicht aus.

Nicht nur gegen die Aktien der Swatch Group, auch gegen jene von Richemont wetteten ausländische Leerverkäufer um den Jahreswechsel herum vermehrt wieder auf rückläufige Kursnotierungen. Bei ersteren gemäss dem Beratungsunternehmen Markit mit 30 Prozent und bei letzteren immerhin mit 8,2 Prozent aller ausstehenden Aktien. Nur ein enttäuschender Zwischenbericht kann den Leerverkäufern jetzt noch die erhoffte Wende bringen.

 

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