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Es vergeht kaum eine Woche, in der die Credit Suisse nicht in die Schlagzeilen gerät. Gerade für ihre Entschädigungspolitik musste die kleinere der beiden Schweizer Grossbanken zuletzt öffentlich Kritik einstecken.

Um den erzürnten Aktionären im Hinblick auf die ordentliche Generalversammlung vom nächsten Freitag den Wind aus den Segeln zu nehmen, krebst das Tandem bestehend aus Verwaltungsrat und Geschäftsleitung zwar zurück. Dennoch werden sich die Firmenvertreter an besagtem Tag vermutlich unangenehme Fragen gefallen lassen müssen.

Ebenfalls noch immer unbeantwortet ist die Frage rund um die vergleichsweise eher dünne Eigenmittelausstattung. Ursprünglich wollte die Credit Suisse diesem Problem mit einer Publikumsöffnung der Universalbank Schweiz begegnen. Schätzungen zufolge wären dem Unternehmen dadurch bis zu 5 Milliarden Franken zugeflossen.

Doch könnte alles ganz anders kommen: Denn während einige Aktionäre - unter ihnen der bekannte amerikanische Substanzinvestor Harris Associates - lauthals eine organische Stärkung der Eigenmittel fordern, wird auch eine reguläre Kapitalerhöhung als Alternative zur Publikumsöffnung der Universalbank Schweiz ins Spiel gebracht.

Die Aktien der Credit Suisse (rot) im Vergleich mit den in New York gehandelten ADR (grün) (Quelle: www.cash.ch).

Klare Worte findet der Bankenanalyst der MainFirst Bank. Er setzt den Kapitalbedarf der Credit Suisse bei knapp 5 Milliarden Franken an. Allerdings sieht er die Schweizer Grossbank die Pläne für die Universalbank Schweiz wieder in die Schublade legen und den Kapitalbedarf mittels einer Bezugsrechtsemission stillen.

Deshalb nimmt der Analyst die Erstabdeckung der Aktien der Schweizer Grossbank mit "Underperform" und einem Kursziel von gerade mal 12,50 Franken auf. Seiner Anlagekundschaft rät er, auf die mit "Outperform" und einem 20 Franken lautenden Kursziel empfohlenen Valoren der Erzrivalin UBS zu setzen.

Fein raus sind die Grossaktionäre aus dem Nahen Osten. Sie werden von der Credit Suisse schon seit Jahren mit üppigen Zinszahlungen auf den Pflichtwandelanleihen sowie mit einer grosszügigen Dividende bei Laune gehalten. Gerade die überaus grosszügige Dividendenpolitik trägt eine Mitschuld an der vergleichsweise dünnen Eigenmittelausstattung.

Wie dem auch immer sei: Die Firmenvertreter täten gut daran, den Mantel des Schweigens endlich zu lüften. Denn angeblich laufen gerade in New York vermehrt wieder Wetten gegen die dort gehandelten Aktien der Schweizer Grossbank.

Meine Redaktionskollegen werden am kommenden Freitag übrigens live von der Generalversammlung aus Zürich-Oerlikon berichten.

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Der Industriekonzern OC Oerlikon fristet an der Börse ein Mauerblümchendasein - und das schon seit Wochen. Mehrere enttäuschende Zahlenkränze sowie ein vorsichtiger Margenausblick haben die Hoffnungen auf einen raschen Turnaround schwinden lassen.

Frische Impulse verspricht die näherrückende Quartalsergebnispräsentation. An der Kepler Cheuvreux Swiss Conference sowie anlässlich einer Roadshow äusserten sich die Firmenvertreter jedenfalls zuversichtlich, was das Tagesgeschäft anbetrifft.

Folglich bekräftigten in den letzten Tagen mehrere hochkarätige Analysten ihre Kaufempfehlungen, unter ihnen jener von Helvea.

Seit wenigen Tagen haben die Aktien von OC Oerlikon wieder Auftrieb (Quelle: www.cash.ch).

Schon mal in Stellung gebracht hat sich Black Creek. Wie einer Offenlegungsmeldung an die Schweizer Börse SIX entnommen werden kann, hat sich der kanadische Vermögensverwalter mit 3,2 Prozent beim Industriekonzern aus Zürich eingekauft. Und darf man aus dem hiesigen Handel kommenden Gerüchten Glauben schenken, dann kauft der neue Grossaktionär noch immer kräftig Aktien zu.

Bleibt aus Sicht der nicht gerade sehr erfolgsverwöhnten Anteilseigner zu hoffen, dass der Turnaround endlich greift und OC Oerlikon kommende Woche endlich mal wieder mit guten Neuigkeiten aufwarten kann.
 

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