MARKTSTIMMEN

Ausverkauf an allen Fronten: was nun?  

Das erste Drittel das Jahres 2022 war für die Aktienmärkte das Schlechteste seit 1939 und im Mai sieht es bisher nicht besser aus. Die FED hat die Zinsen erhöht, doch um die galoppierende Inflation zu bremsen, scheinen noch mehr Schritte nötig zu sein.
10.05.2022 16:30
Mike Lüscher, Head of Investor Relations, honesto ag

Besonders hart hat es den Technologiesektor getroffen.1 Amazon stürzte seit Jahresbeginn um über 36% ab. Netflix um über 72%. Facebook (Meta) über 42%. Dieser Ausverkauf führt bei vielen Marktteilnehmern zu Margin-Calls. Um ihre Verluste zu decken, mussten sie Liquidität auch aus theoretisch nicht korrelierenden Anlagen, wie Gold oder Bitcoin entnehmen, was auch diese Märkte ins Minus hat rauschen lassen.2    

Die ganze Situation erinnert ein bisschen an den Crash von 2020 als am Anfang der Pandemie die Lockdowns ausgerufen wurden. Auch da mussten Verluste mit zusätzlicher Liquidität – egal woher – gedeckt werden und Bitcoin landete letztendlich bei etwas über 6000 USD. Bis Ende Jahr verzehnfachte sich allerdings der Kurs wieder und erreichte mit über USD 60 000 ein neues Allzeithoch. Dennoch bleibt eines klar festzustellen, um allfälligen Missverständnissen vorzubeugen. Bitcoin und andere nichtinflationäre Kryptowährungen sind kein Hedge gegen den Aktienmarkt, sondern gegen das kränkelnde und marode Fiat-Geldsystem, welches in den Augen vieler mittlerweile zu einem riesigen Ponzi-Scheme verkommen zu sein scheint.3 Ob die FED und andere Zentralbanken die Zinsen derart erhöhen können, wie sie müssten, um die Inflation zu bekämpfen, ist mehr als nur fragwürdig. Es scheint so als ob man die Geldentwertung in gewissen Kreisen begrüsst. Denn die Schulden die angehäuft wurden, werden nach Meinung etlicher Ökonomen niemals bezahlt – es sei denn über die Inflation.4    

Und wer sich mit dieser Frage befasst, wird nicht darum herumkommen, in Betracht zu ziehen, dass 80 der wichtigsten Notenbanken weltweit bereits an einem neuen System arbeiten. Die Währungshüter entwickeln und testen schon ihre eigenen Digitalwährungen, die sogenannten Central Bank Digital Currencies, kurz CBDC genannt.5 Aufmerksame und wache Geister müssen sich fragen, was hier genau der Plan ist? Will man das neue, vollständig digitale Geldsystem mit dem jetzigen verschmelzen oder sollen die CBDCs der Zentralbanken das heutige System ersetzen? Denn wenn es darum geht, das sich momentan in der Krise befindende Fiatsystem zu ersetzen, dann wäre ein Crash des Selbigen wohl die einfachste Lösung. Und wenn dieser Crash kommt, dann wären Bitcoin und Co die vorübergehenden Fluchtwährungen, die massiv davon profitieren würden. Ich selber schaue daher nicht auf die kurzfristigen Ausverkäufe oder die tägliche Volatilität, sondern erachte unsere Krypto-Anlagen als Versicherungsprämie gegen exakt dieses Risiko. Versicherungen können zwar vorübergehend etwas kosten, sie sind aber sehr beruhigend.    

Deshalb herrscht in unseren Kreisen keinerlei Panik. Im Gegenteil. Wir sehen Chancen!  

Disclaimer: Dies ist keine finanzielle Beratung. Stellen Sie Ihre eigenen Nachforschungen an und konsultieren Sie gegebenenfalls einen professionellen Anlage- und Steuerberater, bevor Sie eine Anlageentscheidung treffen. 

Quellen: 

1 https://www.deraktionaer.de/artikel/aktien/schlimmstes-boersenjahr-seit-1939-aber-diese-zahlen-machen-hoffnung-20249724.html 

 https://youtu.be/HFua1_2N1wc

3 https://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/zentralbanken-wie-lange-kann-das-ponzi-spiel-noch-gutgehen/12280240.html

4 https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/essay-inflation-und-hohe-schulden-wer-soll-das-bezahlen/27953712.html

5 https://www.bis.org/publ/work880.htm