Befürchtungen einer Zinserhöhung ziehen Hedgefonds leicht nach unten

In den letzten Tagen hat die US-Notenbank ihre Bereitschaft mit Zinserhöhungen fortzufahren, zum Ausdruck gebracht. Allerdings waren die in den USA jüngst veröffentlichten Daten wenig anregend.
19.09.2016 15:40
Philippe Ferreira, Senior Cross-Asset Strategist, Lyxor Asset Management

Dieser Widerspruch brachte die Anleger dazu, nach einem schwachen Sommer sowohl bei Aktien als auch bei Anleihen Gewinne mitzunehmen.

Der Rückgang bei Aktien und Anleihen, eine ungewöhnliche positive Korrelation, führte zu Verlusten bei der Risikoparität und bei CTA-Fonds. Die Letztgenannten erfuhren einen schweren Rückschlag, der mit früheren Episoden von Korrelationssprüngen im 2. Quartal 2013 und im 2. Quartal 2015 vergleichbar ist. L/S-Equity-Fonds lagen in der vergangenen Woche ebenfalls im Minus, obwohl marktneutrale Akteure unverändert bis leicht positiv abschnitten.

Positiv zu vermerken ist, dass sich Event-Driven-Manager insgesamt unverändert behaupteten, während sich das Merger-Arbitrage-Segment positiv entwickelte. Der Event-Driven-Bereich ist nunmehr die Strategie mit der besten Entwicklung seit Jahresbeginn 2016. Indessen erzielten Global-Macro-Manager vor dem Hintergrund ihrer nahezu neutralen Positionierung gegenüber Aktien und festverzinslichen Anlagen eine Outperformance, während Long-Positionen im USD einen positiven Beitrag leisteten.

Insgesamt lagen Hedgefonds in der letzten Woche um 0,8% im Minus, was verglichen mit dem Verlust von 2,6%, den der MSCI World verzeichnete, und dem Verlust von 1,6% des Index für 10-jährige US-Staatsanleihen (Performance der Total-Return-Indizes zwischen dem 6. und dem 13. September) eine eher schwache Veränderung war.

Obwohl wir es für unwahrscheinlich halten, dass die Fed die Zinsen bei ihrer Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) am 21. September erhöhen wird, dürfte eine restriktive Haltung die Korrektur am Anleihenmarkt verlängern. Seit 2010 erfuhren die Anleihenmärkte drei grössere Korrekturen: 2010, 2013 (das Taper Tantrum) und 2015. In diesen Zeiträumen verlor der Total-Return-Index für 10-jährige US-Staatsanleihen im Durchschnitt 7% und die Verkaufswelle dauerte von ihrem Höhepunkt bis zu ihrem Tiefpunkt 44 Tage. Wie auf Seite 2 gezeigt, verliefen die jüngsten Bewegungen am Anleihenmarkt somit vergleichsweise ruhig. Allerdings tragen über die Sitzung des Offenmarktausschusses hinaus die jüngste Aufholentwicklung von Donald Trump bei den Meinungsumfragen zur Präsidentschaftswahl und Hillary Clintons Gesundheitsprobleme zu steigender Unsicherheit bei. Trumps Wahlkampagne beinhaltet eine expansive Haushaltspolitik, was die Bedenken der Anleihenbeobachter verstärken könnte, falls er in den Umfragen weiterhin aufholt.

Infolgedessen senken wir die Anlageempfehlung für langfristige CTAs taktisch (von einer leichten Übergewichtung) auf neutral herab und stufen kurzfristige CTAs (von neutral) auf eine leichte Übergewichtung herauf.