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Der Fall und Aufstieg des schwarzen Goldes

Der durch den Corona-Shutdown bedingte Nachfragerückgang in Kombination mit einer erhöhten Förderung haben den Ölpreis im März auf Talfahrt geschickt. Nun scheint sich die Lage etwas zu beruhigen und der Preis des schwarzen Goldes konnte sich am Donnerstag ein wenig fangen. Handelt es sich aktuell um einen günstigen Einstiegszeitpunkt? Gewisse Faktoren sprechen zumindest dafür, dass sich der Ölpreis längerfristig wieder erholen könnte.
06.04.2020 16:20
Heiko Geiger, Head Flow Product Development Europe, Bank Vontobel AG

Seit Anfang Jahr musste der Ölpreis massive Einbussen hinnehmen. Die Sorte Brent hat über 60% seines Wertes verloren und fiel am Montag der letzten Woche unter die Marke von 23 US-Dollar – ein so tiefer Stand wie seit dem Jahr 2002 nicht mehr. Der Sorte WTI erging es nicht besser, sie sank auf einen Preis von unter 20 US-Dollar pro Barrel – ebenfalls ein Tiefstand, wie er seit Jahren nicht mehr gesehen wurde.

Die Gründe für den Einbruch liegen einerseits im Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland und andererseits drücken die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise auf den Ölpreis. Denn mit dem Stillstand der Wirtschaft sinkt auch der weltweite Energieverbrauch. Fahrzeuge stehen vielerorts still, Produktionsstätten wurden heruntergefahren und die Luftflotten vieler Airlines stehen im Moment auf dem Boden. Kein Wunder also, dass die Ölnachfrage erheblich zurückgegangen ist. Und ausgerechnet in dieser Krisenzeit tobt der Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland, welche die Fördermengen trotz der reduzierten Nachfrage erhöht haben. Die Folge: ein weltweites Überangebot an Öl.

Gegen Ende der letzten Woche konnte sich der Ölpreis jedoch etwas fangen; ein Tweet von US-Präsident Trump schürte die Hoffnung auf Gespräche zwischen Saudi-Arabien und Russland. Ausserdem stützten überraschend starke Konjunkturdaten aus China den Ölpreis. Spricht dies für eine Bodenbildung? Man weiss es nicht. Es gibt aber verschiedene Faktoren, die längerfristig für eine Erholung des Ölpreises sprechen dürften.

  • Sobald sich die Korona-Krise abschwächt und die Gesellschaft wieder zur Normalität zurückkehren kann, wird die Produktion wieder aufgenommen werden, sodass auch die Nachfrage nach Öl wieder ansteigen dürfte.
  • Die Hoffnung auf eine Einigung zwischen Saudi-Arabien und Russland, die Fördermengen zu kürzen, dürfte den Preis zusätzlich stabilisieren.  

 

Investitionen in Öl?

Aufgrund der massiven Kurseinbussen glauben Sie als Anleger an eine längerfristige Erholung des Ölpreises? Dann könnten sich interessante Anlagemöglichkeiten ergeben.

Die Möglichkeiten, in Öl zu investieren, sind vielfältig. Die Direktinvestition in Rohöl ist wenig praktikabel, denn sie gehen mit hohen Lagerkosten einher. Ausserdem zahlt das schwarze Gold weder Zinsen noch Dividenden. Eine Alternative wäre die Investition in Futures, was für die meisten Anleger nicht möglich oder nur mit hohem Aufwand und Kosten verbunden ist.

Eine wesentlich praktikablere Alternative wäre eine Anlage in Ölförderer und Öl-Dienstleistungsunternehmen. Die Kurse von Ölförderern sind in der Regel stark mit dem Ölpreis korreliert, sie bewegen sich also tendenziell in dieselbe Richtung. Sollte sich also der Ölpreis in naher Zukunft erholen, dann dürften auch die die Ölförder-Aktien wieder zulegen. Die in Zeichnung liegenden Barrier Reverse Convertibles (BRCs) auf die Öl-Unternehmen könnten also eine attraktive Investitionsmöglichkeit darstellen. Der Anleger trägt das Emittentenrisiko.

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Oil-Strategy-Index

Eine weitere Investitionsmöglichkeit bietet der Vontobel Oil-Strategy-Index, der einen kombinierten Ansatz zwischen Aktienanlagen und Futures verbindet. Je nach Form der Ölpreis-Futures-Kurve bildet er phasenweise ein Investment entweder in Aktien oder in Futures ab. In einer Contango-Konstellation (die Spotpreise liegen über den Terminkursen) entstehen Rollverluste bei einer Investition in Futures. Um Rollverluste in einer Contango-Situation zu minimieren, folgt der Index in dieser Situation Öl-Aktien. Liegen die Spotpreise unter den Terminkursen (Backwardation-Situation), reflektiert der Index ein Investment in Futures und partizipiert an möglichen Rollgewinnen. Anleger tragen das Emittentenrisiko.

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