Event Driven an der Spitze!

«Die Performance von Event-Driven-Strategien verbesserte sich im Mai, nachdem sie schwierige Quartale mitgemacht haben», erklärt Philippe Ferreira, Senior Cross-Asset Strategist bei Lyxor AM.
22.06.2016 15:57
Philippe Ferreira, Head of Research Managed Account Platform, Lyxor Asset Management

In jüngster Zeit profitierte die Strategie vom Abschluss grosser Geschäfte und einer Verengung der Deal-Spreads. Die Manager haben auch einen dynamischen Ansatz für das Risikomanagement übernommen, bewegen sich von längerfristigen schwachen Situationen weg und richten ihr Portfolio nach Fusionen und Übernahmen mit harten Katalysatoren aus.“

- Der Lyxor Hedge Fund Index lag im Mai mit 0,84% im Plus, wobei sechs von zehn Lyxor-Indizes den Monat mit einer positiven Performance beendeten. Die stärker direktionalen Strategien erzielten die besten Renditen.

- Event-Driven-Strategien lagen an der Spitze, da sie von einer Beschleunigung der Aktivität bei den Fusionen und Übernahmen und dem Abschluss grosser Fusionsgeschäfte profitierten. Der Bereich Special Situations (+2,5%) übertraf den Bereich Merger Arbitrage (+1,4%).

- Global-Macro-Manager liegen wieder im grünen Bereich dank des festeren US-Dollars und ihres festverzinslichen Wertpapierportfolios.

Die globalen Finanzmärkte zeigten im Mai ein freundliches Bild, da die Risikoaversion abnahm. Die Aktienindizes verzeichneten weltweit positive Renditen, wobei die Indizes in den USA, in Europa und in Japan die Indizes der Schwellenländer übertrafen. Die Schwellenländer wurden von den restriktiveren Protokollen der US-Notenbank beeinträchtigt, die die Ängste vor einer im Laufe des Sommers drohenden Erhöhung der US-Leitzinsen wiederaufleben liessen. Infolgedessen wertete der US-Dollar auf und legte sowohl gegenüber den Währungen der Industrieländer als auch gegenüber den Währungen der Schwellenländer zu. Derweil rückt das britische Referendum näher und infolgedessen litt das britische Pfund unter starker Volatilität. Die Rohstoffpreise zogen wieder an und die Ölpreise behaupteten sich zum Ende des Berichtszeitraums bei knapp 50 USD pro Barrel. Im festverzinslichen Bereich begann die Rally sowohl in Europa als auch in den USA ihr Tempo zu drosseln. Schliesslich verengten sich die Renditespreads von 10-jährigen Staatsanleihen in Europa, blieben aber in den USA unverändert, was den unterschiedlichen geldpolitischen Kurs in jeder Beziehung unterstreicht.

Im alternativen Bereich lag der Lyxor Hedge Fund Index über den Monat mit 0,8% im Plus, wobei die Sparte Event Driven eine Outperformance erzielte. Strategien mit grösserer Direktionalität trugen zum grössten Teil zu den Gewinnen bei, wogegen CTAs weiter unter den sich verändernden Markttrends litten.

Die Sparte Event Driven setzte die positive Dynamik fort, wobei sich Special Situations (+2,5%) besser entwickelten als Merger Arbitrage (+1,4%). Der Monat Mai verzeichnete eine Beschleunigung der Aktivität im Bereich der Fusionen und Übernahmen. Diese Dynamik ist vorteilhaft für Merger-Arbitrage-Strategien, da sich ein breiteres Spektrum von Anlagemöglichkeiten bietet. Den Managern kam auch eine Reihe von erfolgreich abgeschlossenen Geschäften zugute (darunter Time Warner Cable / Charter Communication), während die Spreadverengung bei verschiedenen Geschäften zu den Gewinnen beitrug (Baxalta/Shire, SAB Miller / AB Inbev). Special-Situations-Fonds, die stärker als vergleichbare Fonds auf die Marktdirektionalität reagieren, steigerten ihre Gewinne im Mai mit der Verbesserung der Risikobereitschaft. Sie hatten aufgrund ihrer Kernpositionen in den Aktienwerten Akorn, Athabasca Oil und Dow Chemical Erfolg.

L/S-Equity-Fonds übertrafen den MSCI World Index, Long-Bias-Manager lagen dabei an der Spitze. L/S-Equity-Manager blieben ihrer Linie treu und wahrten eine vorsichtige Haltung mit einem abnehmenden Engagement in zyklischen Werten. Im Mai zahlten sich Long-Positionen im Finanzsektor und im Technologiesektor aus, allerdings zeigte sich in den verschiedenen Regionen ein unterschiedliches Bild. Alle europäischen Manager meldeten vor dem Hintergrund ihrer auf Qualität ausgerichteten Long-Positionen kräftige Renditen. Dennoch behielten die Manager im Vorfeld einer Reihe unsicherer makroökonomischer Ereignisse und des sich anbahnenden britischen Referendums eine Tendenz zu defensiven Sektoren bei und hielten das Nettoengagement niedrig. Dies erklärt, dass ihre Beteiligung an der Marktrally in der zweiten Monatshälfte etwas begrenzt blieb. Jenseits des Atlantiks fielen die Ergebnisse deutlich unterschiedlich aus. Die US-Manager profitierten von der Erholung im Gesundheitssektor, litten jedoch unter ihrem Long-Engagement im Industriesektor und im Grundstoffsektor. Der Konsumgütersektor, der weiter ihre grösste Allokation bildete, hatte Probleme, mit der zunehmenden Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Leitzinserhöhung durch die Fed zurechtzukommen. Und zu guter Letzt profitierten Stock Picker im L/S-Equity-Bereich von der zunehmend unterschiedlichen Entwicklung bei den Aktien.

Die Performance von Fixed Income und Credit Arbitrage blieb gedämpft, da an den Kreditmärkten die positive Unterstützung durch die EZB und den Anstieg des Ölpreises zu schwinden begann. Die Manager verzeichneten gegensätzliche Ergebnisse, was die Tatsache unterstreicht, dass die Alpha-Generierung den Unterschied macht. Asiatische Manager erzielten aufgrund ihrer Positionen im Energiesektor und im Grundstoffsektor eine Outperformance, wogegen die Performance der europäischen Fonds im Vergleich schwächer ausfiel.

Global-Macro-Manager machten dank der Festigung des US-Dollars und ihrer festverzinslichen Wertpapierportfolios den Grossteil der im vergangen Monat erlittenen Verluste wieder wett und lagen mit 1,2% im Plus. Allerdings verbirgt sich hinter diesem Bild, dass die Renditen der Manager aufgrund der unterschiedlichen Positionierungen uneinheitlich ausfallen. Insgesamt zahlten sich Long-Engagements im USD im Verhältnis zu den Währungen der G10-Länder am meisten aus. Die Manager erhöhten ihre Short-Positionen im EUR beträchtlich. Bei festverzinslichen Wertpapieren zeichnete sich ein ähnliches Bild ab, da die Renditen sowohl durch Short-Positionen in US-Durationen und britischen Durationen als auch durch Long-Positionen in europäischen Anleihen angetrieben wurden. Relative-Value-Geschäfte waren ebenfalls vorteilhaft. Risikobereit positionierte Manager verzeichneten insbesondere aufgrund ihrer Long-Positionen in europäischen und japanischen Aktien eine gute Wertentwicklung, als die Risikoaversion abnahm. Andererseits wirkten sich Short-Positionen in US-Aktien nachteilig aus. Schliesslich fiel der Beitrag des Rohstoffsegments mit einer insgesamt betrachteten Short-Positionierung in allen Rohstoffen gemischt aus. Obwohl sich die Erholung im Energiesektor nachteilig auf die Performance auswirkte, half der Rückgang der Edelmetall- und Basismetallpreise, die Verluste einzudämmen.

Die Aufwertung des US-Dollars und die Erholung der Energiepreise waren nachteilig für CTAs. Langfristige Modelle (-3,1%) belasteten die Gesamtperformance, wogegen sich kurzfristige Modelle (-0,5%) als widerstandsfähiger erwiesen. Die Aufwertung des USD war nachteilig für ihre kurzfristigen Positionierungen, besonders gegenüber dem AUD, dem JPY und den Währungen der Schwellenländer. Die Alpha-Generierung bei Short-Positionen in EUR, CHF und GBP half, die Verluste zu begrenzen. Das Rohstoffsegment erwies sich ebenfalls als kostspielig. Einerseits belastete der Rückgang der Edelmetallpreise die Long-Positionen in der Anlageklasse. Andererseits erhöhten die Modelle ihre Short-Positionen im Energiesektor und wurden durch die Erholung der Ölpreise beeinträchtigt. Das Aktiensegment zeigte sich gemischt. Das festverzinsliche Portfolio war der Lichtblick, da Long-Positionen in deutschen Anleihen vom Abwärtsverlauf der Anleihenrenditen profitierten.