Fintech: Digitale Transformation als Anlagechance

Unter dem Schlagwort Fintech erlebt die Finanzindustrie gerade einen rasanten Wandel. Die Digitalisierung eröffnet dem Sektor völlig neue Möglichkeiten.
03.05.2018 10:00
Peter Damianov, Public Distribution für Strukturierte Produkte Schweiz, UBS

Das UBS Chief Investment Office Wealth Management (UBS CIO WM)  rechnet damit, dass die Fintechindustrie in den kommenden Jahren dementsprechend stark wachsen wird. Nach Ansicht der Experten sollten sich Anleger diversifiziert in diesem Zukunftstrend positionieren.

Egal ob Medien, Telekommunikation, Industrie oder Detailhandel: Die Digitalisierung gibt derzeit vielen Wirtschaftsbereichen ein völlig neues Gesicht. Wenig überraschend macht diese Entwicklung auch vor dem Banken- und Versicherungssektor nicht Halt. Hier sorgt die so genannte Financial Technology, kurz Fintech, für eine tiefgreifende Transformation. Dieses Schlagwort steht für Innovationen, welche Banken- und Finanzdienstleistungen erleichtern. Dabei kommen die Vorteile digitaler Dienstleistungen wie Soziale Medien, mobile Kommunikation, Cloud und Datenanalyse genau so zum tragen, wie Blockchain und Künstliche Intelligenz. Zum Fintechspektrum zählen beispielsweise mobile Bezahlsysteme (Payment), internetbasierte Vermögensverwaltungen (Wealthtech) und Versicherungen (Insurtech) sowie Online-Finanzierungsplattformen (Lending).

Vielfältige Wachstumstreiber

Eine entsprechende Begriffsdefinition nimmt UBS CIO WM in einer kürzlich vorgelegten Publikation vor. Gleichzeitig skizzieren die Autoren darin mehrere zentrale Wachstumstreiber. Unter anderem verweisen sie auf die Urbanisierung. Sie zieht eine immense Verbesserung der technischen Infrastruktur nach sich. Neben dem Breitbandinternet zählt dazu die rasant steigende Smartphone-Nutzung. Für immer mehr Nutzer ist es völlig normal, Finanzgeschäfte über ein mobiles Endgerät zu erledigen.

Das gilt auch und gerade für Millennials. Viele zwischen 1982 und 1998 geborene Menschen sind mit der Digitalisierung gross geworden. Entsprechend offen steht diese Generation der Fintech gegenüber – ganz zu schweigen von der Tatsache, dass die Millennials über ein Vermögen von insgesamt 16.9 Billionen US-Dollar verfügen. Als weiteren Wachstumstreiber nennt UBS CIO WM das regulatorische Umfeld. Rund um den Globus würden die Aufsichtsbehörden dieser Entwicklung wohlwollend gegenüberstehen. Grund: Aus regulatorischer Sicht sorgen die Fintechdienstleister für mehr Wettbewerb im traditionellen Finanzsektor, was wiederum zu günstigeren Preisen sowie immer mehr Innovationen führen sollte.

Die klassischen Technologieunternehmen könnten die digitale Transformation in der Banken- und Versicherungsbranche zusätzlich anschieben. Sie haben laut UBS CIO WM ein Interesse daran, Finanzdienstleistungen anzubieten. Natürlich lässt die digitale Revolution auch die Banken selbst nicht kalt. In Kombination mit deren loyaler Kundenbasis und dem extensiven Vertriebsnetzwerk können den Analysten zufolge nicht nur die Kosten gesenkt, sondern über neue Produkte und Dienstleistungen zudem die Umsätze gesteigert werden. Vor diesem Hintergrund unterstützen viele Banken mit eigenen Innovationswerkstätten die Transformation. Gleichzeitig arbeiten sie partnerschaftlich mit Fintech-Startups zusammen oder investieren in junge Unternehmen.

Positiver Ausblick

Die skizzierten Faktoren dürften für ein enormes Wachstum der Fintechindustrie sorgen. UBS CIO WM taxiert die globalen Umsätze in 2017 auf 120 Milliarden US-Dollar. Bis 2025 könnte sich das Volumen auf 265 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppeln. Auf der Unternehmensebene halten die Analysten über die kommenden acht Jahre prozentual zweistellige Gewinnsteigerungsraten für möglich. Geht diese Prognose auf, würde die Fintech zu den weltweit am stärksten wachsenden Industriezweigen zählen. UBS CIO WM rät Investoren zu einer diversifizierten Positionierung in diesem aussichtsreichen Anlagebereich. Dafür spricht nicht zuletzt die enorme Dynamik hinter diesem Trend. Ausserdem lassen sich auf diese Weise die mit der Fintech einhergehenden Risiken abfedern. Die Experten zählen dazu unter anderem Datenschutzverletzungen sowie eine wider erwarten strengere Regulierung.1

Mit Open End PERLES auf den Solactive FinTech 20 Total Return Index können Anleger das analysierte Investmentthema einfach und effektiv in ihr Portfolio aufnehmen. Der Index zielt auf Unternehmen ab, die mit Fintech einen signifikanten Geschäftsanteil erwirtschaften. 13 der 20 aktuellen Mitglieder sind auf einer von UBS CIO WM erstellten Fintech-Referenzliste zu finden. Dazu zählen die Zahlungsdienstleister SimCorp und Wirecard, wie auch der Schweizer Bankensoftwarespezialist Temenos oder LendingTree, eine US-Plattform für die Online-Vermittlung von Krediten. UBS handelt das Partizipationsprodukt in den drei Währungstranchen Schweizer Franken (Symbol: FINTE), Euro (Symbol: FINTEE) sowie US-Dollar (Symbol: FINTEU).

Ein Hinweis zum Schluss: Open End PERLES sind nicht kapitalgeschützt. Es kommt zu Verlusten, wenn der zugrundeliegende Index fällt. Zudem trägt der Anleger bei strukturierten Produkten das Emittentenrisiko, so dass das eingesetzte Kapital – unabhängig von der Entwicklung des Basiswertes – im Falle einer Insolvenz des Emittenten verloren gehen kann.

1) Quelle: UBS CIO WM, Longer Term Investments, Fintech, 10.04.2018

Solactive FinTech 20 TR Index vs. MSCI World NTR Index
Quelle: Bloomberg, UBS

Der Chart stellt die Performance des Solactive FinTech 20 TR Index seit Emission am 11.05.2015  im Vergleich zum MSCI World NTR Index dar.

Zeitraum: 11.05.2015 bis 24.04.2018, vergangene Wertentwicklungen sind keine Indikationen für zukünftige Wertentwicklungen.