Hedgefonds 2017: bessere Aussichten, aber noch zu früh für Champagner

Eine ereignislose Woche für Hedgefonds: Inmitten verringerter Handelsvolumina und einer Pause im Reflation-Trade blieben die meisten Lyxor-Indizes so gut wie unverändert.
10.01.2017 10:30
Jean-Baptiste Berthon, Senior Cross-Asset Strategist, Lyxor Asset Management

CTAs und Macro-Fonds stachen allerdings symmetrisch hervor. Während erstere durch US-Renditen und -Aktien verloren, legten letztere infolge ihrer Long-Position in US-Anleihen sowie ihrer Short-Position in Euro-Anleihen zu. In diesem Dokument präsentieren wir unseren Ausblick auf 2017 für Hedgefonds.

Wir erwarten eine weniger akkommodierende Geldpolitik, mehr fiskalpolitische Impulse und mehr politische Umbrüche, die eine Wende bei Zinsen und Inflation unterstützen. Eine grössere Streuung, typischere Anlagebeziehungen und zunehmende Volatilität könnten ebenfalls anstehen, vor allem in den USA, wo der Prozess weiter fortgeschritten ist (siehe Tabelle im PDF). Das würde Hedgefonds zugutekommen.

Damit soll nicht gesagt werden, die Situation sei optimal. Der Regimewechsel wird ganz allmählich verlaufen. Wenn er am Ende enttäuscht, würden Märkte und Wirtschaft erst recht einen hohen Preis bezahlen. Ausserdem besteht nach wie vor eine Reihe von Faktoren, die das Alpha beeinträchtigen. Dennoch haben sich die Rahmenbedingungen verbessert, sodass in unseren Augen eine gewisse Neupositionierung angesagt ist.

Wir sollten US-amerikanische L/S Equity-Fonds neugewichten und uns dabei auf fundamentale Anlagestile konzentrieren, denn das sind die Hauptnutzniesser von sich bessernden Alpha-Bedingungen. Small-Cap-Fonds verdienen ebenfalls eine nähere Betrachtung. In Japan, wo immer noch Beschränkungen infolge der quantitativen Lockerung herrschen, rechnen wir eher mit Sektor- als mit Titel-Alpha. Unser Vorzug gilt variablen statt neutralen Fonds. In Europa ist das Beta attraktiv, dürfte aber volatil sein. Das veranlasst uns zu einer leichten Übergewichtung bei variablen und einer leichten Untergewichtung bei neutralen Strategien.

Wir gehen davon aus, dass es bei US-Unternehmensaktivitäten zu einer Erhitzung kommt. Wir sind in den USA bei Merger-Fonds sowie bei Special Situations leicht übergewichtet. Damit sind wir für den Reflation-Trade gut aufgestellt, jedoch ohne übermässiges Beta-Exposure.

Die Kreditmärkte sind vielleicht nicht der erste Dominostein, der wegen der Zinsen fällt, sie bieten aber durchwachsenes Beta und Alpha ist knapp. Wir bevorzugen Multi-Credit-Fonds, um aus Verwerfungen Nutzen ziehen zu können.

Macro-Fonds dürften von der grösseren makroökonomischen Differenzierung profitieren, werden aber durch politische Unsicherheiten immer noch belastet. Das Schicksal von CTAs hängt vom Tempo des Regimewechsels ab. Wir sind in LT-Modellen nach ihrer grundlegenden Portfolioanpassung leicht übergewichtet.

Schliesslich erwarten wir, dass wir uns in der zweiten Hälfte von 2017 stärker auf Volatilitätsstrategien konzentrieren werden.