Innovativer Zugang zum Energiesektor

Zugegeben: Auf den ersten Blick wirken die Auszahlungsmodalitäten des Multi Barrier Reverse Convertible mit Partizipation nicht ganz einfach. Doch bei genauerer Betrachtung zeigt sich ein anderes Bild.
20.12.2013 15:36
Hans Jörg Pütz, Sales Structured Products Ext. Clients, Bank Julius Bär

Das Produkt bietet neue Möglichkeiten in der Asset Allocation. Innovativ werden hier zwei verschiedene Anlageklassen in einem strukturierten Produkt kombiniert. Das Fundament bilden vier namhafte Akteure am internationalen Ölmarkt: Chevron, Royal Dutch Shell, Schlumberger und Total. In punkto Kursentwicklung zeigt sich in dem Quartett derzeit eine Diskrepanz zwischen Nordamerika und Europa. Die beiden US-Titel, Chevron und Schlumberger, legten im laufenden Jahr prozentual zweistellig zu. Dagegen kamen Royal Dutch Shell und Total praktisch nicht vom Fleck.

Allerdings kommt es darauf gar nicht an. Vielmehr nutzt der Investor die Volatilitäten und/oder die erwarteten Ausschüttungen der Basiswerte, um den hybriden Charakter der Neuemission zu ermöglichen. Was die Gewinnbeteiligungen angeht, können vor allem die beiden Vertreter des alten Kontinents überzeugen. Sie sorgen dafür, dass die Basiswerte I-IV für 2014 im Schnitt eine Dividendenrendite von mehr als 4% mitbringen. Zwar müssen Halter des JB Multi Barrier Reverse Convertible darauf verzichten. Gleichwohl kann sich der garantierte Coupon in Höhe von 3.25% p.a. sehen lassen. Zumal das Produkt mit einem Teilschutz versehen ist. Solange keine der vier Aktien auf oder unter den Knock-In fällt, zahlt der Emittent am Laufzeitende das Nominal vollständig zurück.

Brent nimmt Fahrt auf
Die hohen Volatilitäten respektive Dividendenrenditen bringen einen weiteren, zentralen Vorteil mit. Sie finanzieren die Upside-Komponente. Unabhängig vom Verlauf der Basiswerte I-IV partizipiert das Produkt eins-zu-eins an der Entwicklung des Ölpreises.

Massgeblich ist dabei der im September 2014 fällige Terminkontrakt auf Brent. Dieser Future notiert aktuell bei USD 98.08 und damit mehr als USD 7 unter dem nächstfälligen Kontrakt. Eine solche im Fachjargon «Backwardation» genannte Form der Terminkurve drückt die Angst der Marktteilnehmer vor einer Verknappung des Ölangebots aus.

Eine wichtige Rolle spielt dabei der Atomstreit des Westens mit dem Iran. Schliesslich hält die Islamische Republik innerhalb der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) die drittgrössten Reserven. Zudem ist das Angebot an Nordseeöl im Vergleich zur Situation bei der US-Sorte Western Texas Intermediate (WTI) relativ knapp.

Kurzfristig profitierte Brent von der expansiven Geldpolitik. Nachdem die Europäische Zentralbank die Zinsen Anfang Monat auf 0.5%, gesenkt hatte, stieg der nächstfällige Future deutlich über die Marke von USD 100. Aufgrund der skizzierten «Backwardation» positioniert sich das neue Produkt unter dem aktuellen Niveau in Brent. Angenommen, der Ölpreis entwickelt sich bis zum Laufzeitende stabil. Dann würde allein die Verschiebung der Terminkurve – der massgeblich Kontrakt «wandert nach vorne» – dafür sorgen, dass die Upside-Partizipation einen Ertrag von mehr als 7% bringt.

Ein weiteres stichhaltiges Argument für die Neuemission liefert die historische Simulation. Julius Bär hat für einen Zeitraum von zehn Jahren insgesamt 2610 Testläufe vorgenommen. Im Schnitt zeigte die Struktur dabei eine Rendite von mehr als 27%. Damit hatte sie gegenüber dem Total Return der gleich gewichteten Basiswerte I-IV deutlich die Nase vorn. Obwohl sich der Ölpreis im Betrachtungszeitraum vervielfacht hat, konnte selbst Brent nicht ganz mit dem strukturierten Produkt Schritt halten.

Auch und gerade im aktuellen Marktumfeld stellt der JB Multi Barrier Reverse Convertible mit Partizipation eine aussichtsreiche Anlagelösung dar. Die hybride Struktur überzeugt dreifach: mit laufenden Erträgen, einem an namhafte Blue Chip-Aktien gekoppelten Teilschutz für das eingesetzte Kapital sowie der vollen Partizipation an einem der wichtigsten Rohstoffe.