Ölsektor vor Zahlenflut

Sie suchen und bohren rund um den Globus nach Öl und Gas, verarbeiten das schwarze Gold in ihren Raffinerien und vermarkten die Produkte an die Industrie oder über weit gespannte Tankstellennetze an die Konsumenten.
21.07.2015 11:42
Simon Przibylla, Public Solutions, Leonteq Securities AG

Die Rede ist von den grossen Öl-Multis. Ohne Zweifel zählen BP, Royal Dutch Shell und Total zu den bekanntesten Konzernen dieser Art. Diese These lässt sich mit ein paar Zahlen gut belegen: Zusammen erwirtschaftete das Trio im vergangenen Jahr einen Umsatz von mehr als USD 1 Billion. An der Börse bringen es die drei Unternehmen auf einen kumulierten Marktwert von knapp USD 375 Mrd. Damit stehen BP, Royal Dutch Shell und Total für mehr als die Hälfte des STOXX® Europe 600 Oil & Gas Index. Trotz der zahlreichen Superlative hat der Sektor bei Investoren seit einiger Zeit einen schweren Stand. Auf Sicht von 12 Monaten gab der Branchenindex um 8.7% nach und hinkt damit dem breiten europäischen Aktienmarkt weit hinterher.

Auf Sparkurs

Dreh- und Angelpunkt der Underperformance ist der Ölpreis. Bekanntlich brachen die Notierungen für den wichtigsten Energieträger im zweiten Halbjahr 2014 regelrecht ein. Mittlerweile hat sich der nächstfällige Terminkontrakt jedoch von den zwischenzeitlichen Tiefstständen erholt. Beispiel Brent: Während ein Fass der Nordseesorte Mitte Januar nur noch rund USD 45 kostete, steht es aktuell bei mehr als USD 56 – ein Aufschlag von rund einem Viertel. Für die meisten Ölkonzerne dürfte das dennoch zu wenig sein. Analysten zufolge brauchen die europäischen Branchenvertreter mehr als USD 100 je Barrel, um einen positiven Cashflow zu generieren. Die Multis stemmen sich mit Kosteneinsparungen gegen dieses Problem. Inwiefern sich diese Strategie bezahlt macht, dürften Anleger schon bald erfahren. In den kommenden Wochen präsentieren die Unternehmen ihre Semester-Zahlen.

Mit den Resultaten für das erste Quartal konnte der Sektor den Analystenkonsens schlagen. Beispielsweise verdiente BP doppelt so viel wie im Schnitt von Analysten erwartet. In Kombination mit der Ölpreiserholung führte die positive Berichtssaison dazu, dass viele Experten ihre Schätzungen nach oben geschraubt haben. Die Investoren erwartet in der am 27. Juli beginnenden Handelswoche eine wahre Zahlenflut der Ölbranche. Gemessen am Börsenwert legen dann 94% der Sektorvertreter ihre Zwischenberichte vor.

Konsolidierung möglich

Dazu zählen auch die Basiswerte des neuen Bonus-Zertifikats. Den Anfang macht hier am 28. Juli BP. Einen Tag nach den Briten äussert sich der französische Multi Total zum jüngsten Geschäftsgang, während Royal Dutch Shell am 30. Juli an der Reihe ist. Auch über die Berichtssaison hinaus dürfte der Sektor im Fokus bleiben. Dafür spricht allein die sich anbahnende Branchenkonsolidierung. Diesbezüglich preschte Royal Dutch Shell Anfang April mit einer rund CHF 60 Mrd. schweren Offerte für den britischen Gasproduzenten BG vor. Momentan bemüht sich der Sektorkrösus um die Zustimmung der Kartellbehörden. Wobei Mitte Juni mit den USA das erste Land grünes Licht gab. Aus den Staaten wurde gerade eine weitere Transaktion gemeldet. Dort möchte der Energiekonzern Marathon Petroleum für knapp USD 16 Mrd. MarkWest schlucken und damit das Schiefergasgeschäft ausbauen.

Unbegrenzte Partizipation

Die zur Zeichnung aufliegende Partizipationsstruktur zielt auf Anleger ab, welche den Basiswerten in den kommenden beiden Jahren eine positive Entwicklung zutrauen. Dabei schliessen Investoren jedoch zwischenzeitliche Rücksetzer nicht aus. Solange keine der drei Aktien während der Laufzeit auf oder unter die Barriere fällt, entspricht die Tilgung per Verfall mindestens dem Bonus Level von 100%. Gleichzeitig nimmt das Zertifikat vollumfänglich an einer positiven Wertentwicklung teil. Massgeblich ist dabei der gleich gewichtete durchschnittliche Verlauf der drei Blue Chips. Angenommen, der Aktienkorb steht per Verfall 10% über dem Ausgangsniveau: In diesem Szenario würde zusätzlich zur Denomination in Höhe von CHF 1’000 die volle Kursentwicklung des Baskets ausbezahlt werden. Die Tilgung würde sich also in Summe auf CHF 1’100 je Zertifikat belaufen.

Ordentlicher Risikopuffer

Unter der Voraussetzung, dass es zu keinem Barrierebruch kommt, kann auch eine leicht negative Entwicklung des Baskets dem währungsgesicherten Investment nichts anhaben. Dazu ein weiteres Beispiel: Der Aktienkorb notiert zum Laufzeitende 15% unter seinen Startwert. Dann erhalten Anleger trotz des Kursrückgangs eine Tilgung in Höhe der Denomination. Die Barriere steht über die gesamte Laufzeit hinweg unter Beobachtung. Sollte dabei eine Schwellenverletzung festgestellt werden, sprich, mindestens ein Basiswert 40% oder mehr nachgeben, erlischt der Bonus-Mechanismus. Dann liefert die Emittentin zum Laufzeitende die Aktie mit der schlechtesten Entwicklung. Der Anleger ist damit dem vollen Kursrisiko des «Worst Performers» ausgesetzt.

Lohnender Verzicht

Zur Finanzierung dieser aussichtsreichen Produktstruktur werden die Dividenden der Basiswerte herangezogen. Zwar verzichtet der Anleger im Vergleich zum Direktinvestment auf anfallende Dividendenzahlungen. Im Gegenzug erhält er jedoch eine Positionierung, die sämtliche Chancen nach oben bietet und gleichzeitig nach unten teilgeschützt ist.

Interessante Investmentlösung

Leonteq lanciert ein Bonus-Zertifikat auf die Ölunternehmen BP, Royal Dutch Shell und Total mit einer zweijährigen Laufzeit (Valor 28154554). Das in Schweizer Franken denominierte Produkt ist währungsgesichert und liegt bis zum 24. Juli zur Zeichnung auf.

Weitere Informationen zum Investitionsthema Öl und die entsprechenden Produktdokumentationen mit Risikohinweisen finden Sie hier.