MARKTSTIMMEN

Schweizer Banken besonders gut für Klimarisiken gerüstet      

Schweizer Banken sind weniger anfällig für Klimarisiken als Institute in anderen Ländern. Dies zeigt eine interne Studie zu 50 Banken aus aller Welt, die wir bei Columbia Threadneedle Investments kürzlich durchgeführt haben.
25.10.2021 16:15
Senior-Kreditanalysten Paul Smillie und Rosalie Pinkney sowie Natalia Luna, Senior-Analystin für thematische Investments bei Columbia Threadneedle Investments      

Darin erreichten Schweizer und niederländische Institute Klimarisiko-Werte zwischen sieben und der Höchstpunktzahl zehn. Dies zeigt, dass man in diesen Ländern bei der Integration von Klimarisiken ins Risikomanagement relativ weit fortgeschritten ist. Die Institute dort haben klare, glaubwürdige Ziele, um die Emissionen zu reduzieren, die an ihre Kreditbücher geknüpft sind. Und das Reporting der erzielten Fortschritte war branchenweit am besten.    

Deutsche Institute rangieren am unteren Ende    

Deutsche Banken sind dagegen besonders anfällig. Unserer Ansicht nach haben die Banken in Deutschland gute Absichten, aber beim Messen und Reporting von Klimarisiken sowie der Integration ins Risikomanagement liegen sie hinter Instituten aus anderen europäischen Ländern zurück. In unserer Studie erreichten sie Klimarisiko-Werte zwischen drei und fünf – weit entfernt von den maximal zehn möglichen Punkten. Irische, italienische und chinesische Banken hinken demnach ebenfalls hinterher. Skandinavische, französische, spanische und japanische rangieren im Mittelfeld.    

Der Klimawandel und die damit einhergehende Regulierung könnten sich unserer Ansicht nach schon bald auf die finanzielle Situation von Banken auswirken. Und auch bei der Beurteilung der Kreditinstitute durch Investoren dürfte sich der der Klimawandel zu einem wichtigen Kriterium entwickeln. Zwar hat dieser bisher noch keine Auswirkungen auf die Gewinne oder die Eigenkapitalanforderungen der Banken, aber dies könnte sich schon in zwei bis fünf Jahren ändern.    

Höhere Eigenkapitalforderungen könnten drohen    

Berechnungen der Europäischen Zentralbank (EZB) zufolge könnte eine Klimakrise Verluste im Bankensystem um bis zu 60 Prozent steigern und auch die Gewinne beeinträchtigen. Denn weltweit stammen nach Angaben der EZB zehn bis 15 Prozent der Erträge im Firmenkundengeschäft aus der Öl-, Gas- und Kohleindustrie. Risiken für die Gewinne bestehen bereits kurzfristig.

Und mittelfristig kämen auf Banken, die bei der klimabezogenen Risikoanalyse relativ schlecht abschneiden, wahrscheinlich sogar höhere Eigenkapitalanforderungen zu – ganz zu schweigen von der Gefahr einer Rufschädigung. Ein wichtiger Treiber dieser Entwicklung ist die Regulierung. Vor allem in der EU und in Grossbritannien beginnen die Bankenaufsichten, den nachhaltigen Wandel zu erzwingen.    

Neben Risiken gibt es auch Opportunitäten  

Doch es besteht auch Anlass zu Optimismus. Denn blickt man ein paar Jahre in die Zukunft, so können sich Chancen für Banken eröffnen, die bei der Finanzierung der Umstellung auf eine klimaneutrale Wirtschaft eine Vorreiterrolle übernehmen. Schätzungen von Morgan Stanley zufolge lassen sich mit grünen Investitionen und der Finanzierung von Umweltprojekten in den nächsten fünf bis zehn Jahren Erträge von bis zu 50 Milliarden Dollar erzielen.    

Unseres Erachtens wird es nicht mehr lange dauern, bis Anleger generell beginnen, zwischen Vorreitern und Nachzüglern bezüglich des Klimawandels zu unterscheiden. Dies eröffnet Chancen für aktive Anleger und belohnt Banken, die frühzeitig mit wettbewerbsfähigen Kapitalkosten gehandelt haben, um dem Klimawandel zu begegnen.      

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