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Vertrauen Sie mir, ich bin der CEO

Das Vertrauen in staatliche Institutionen ist weltweit auf Rekordtiefs. Unternehmen müssen sich der Herausforderung stellen.
22.02.2021 10:00
Präsentiert von: Katherine Davidson, Portfoliomanagerin, internationale Aktien Schroders

Das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Regierung schwindet, wie der Edelman Trust Barometer 2021 kürzlich zeigte.

Zwischen Januar und Mai 2020 stieg das Vertrauen in die Regierung in fast allen Ländern: Menschen auf der ganzen Welt vertrauten ihren Regierungen, als die globale Pandemie begann.

Interessanterweise liess dieses Vertrauen in der Folge jedoch nach. In einigen Fällen liegt sie unter dem Niveau vor der Pandemie. Die Pandemie ist schwerwiegender und lang anhaltender als fast jeder es erwartet hat. Sie übt extremen Druck auf die Gesundheitssysteme aus und verursacht beispiellosen wirtschaftlichen Schaden.  

Misstrauen gegenüber der Regierung gefährdet die Erholung

Hier in Grossbritannien wurden der Regierung Unschlüssigkeit und Kehrtwendungen vorgeworfen, was die im Frühjahr 2020 vorherrschende „Kriegsmentalität“ untergräbt. In den USA wäre Trump ohne die Pandemie wahrscheinlich wiedergewählt worden. Ein geringeres Mass an Vertrauen bedroht die Erholung, da viele Menschen angesichts zahlreicher Online-Fehlinformationen zögern, den Impfstoff zu akzeptieren.

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Während das Vertrauen in die Regierung insgesamt immer noch leicht gestiegen ist, zeigt Abbildung 2, dass die Befragten die Regierung als die am wenigsten kompetente und unethischste aller Institutionen ansehen.

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An wen können wir uns wenden?

Aber es gibt auch gute Neuigkeiten.

Es gibt eine Institution, die sowohl als ethisch als auch als kompetent gilt: Unternehmen.

Unternehmen sind jetzt die einzige Institution, die in der Edelmann-Umfrage über 60 Punkte erzielt, ein Niveau, das als Schwelle für das Vertrauen der Öffentlichkeit gilt.

Es ist für uns erfreulich, dass sich die Wahrnehmung der Unternehmensethik stark verbessert hat, was die Reaktion des Privatsektors auf die Pandemie gut widerspiegelt.

Die Menschen wenden sich zunehmend an Unternehmen, um uns nicht nur aus der Coronavirus-Krise herauszuführen, sondern auch um umfassendere gesellschaftliche Probleme anzugehen.

Ein „neuer Gesellschaftsvertrag“

Dies steht im Einklang mit unserer früheren Arbeit, in der eine stärkere öffentliche Kontrolle von Unternehmen hinsichtlich ihres Umgangs mit Stakeholdern während der Pandemie festgestellt wurde, insbesondere in Bezug auf  die Beschäftigten.

Wir sehen dies als den Beginn eines neuen Gesellschaftsvertrags zwischen Unternehmen und der Gesellschaft insgesamt.

Wir beobachten mehr Indizien dafür, dass Investoren von Unternehmen erwarten, dass sie ihre Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft insgesamt steuern und in gesellschaftlichen Fragen führen.

Ein relativ neues Phänomen ist, dass dieses Vertrauen zunehmend nicht nur in die gesamte Geschäftswelt, sondern auch in bestimmte Personen innerhalb der Geschäftswelt gesetzt wird. Dies stellt Führungskräfte vor Herausforderungen, denn es wird nun von ihnen erwartet, dass sie sich öffentlich zu strittigen Themen äussern, um die Loyalität ihrer Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre aufrechtzuerhalten.

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Eine andere Frage zeigt, dass 86 % der Befragten von CEOs erwarten, dass sie gesellschaftliche Probleme, einschliesslich der Pandemie, angehen.

Nachdem „Black Lives Matter” fest in den Mainstream eingedrungen ist, erwartet zum Beispiel die überwiegende Mehrheit der Amerikaner, die von JUST Capital befragt worden sind, dass CEOs auf die BLM-Proteste reagieren. Dies könnte in Form einer Erklärung zur Beendigung von Polizeigewalt, zur Förderung friedlichen Protests oder zumindest zur Erhöhung der Vielfalt und Integration am Arbeitsplatz geschehen.

Unternehmen können und sollten sich der Herausforderung stellen

Die Geschäftswelt hat die Verantwortung, eine treibende Kraft zu sein, während diese Pandemie weiter tobt. Und wir als Investoren haben die Verantwortung, dieses Verhalten zu unterstützen. Als Verwalter von Kundenkapital müssen wir Führungskräfte zur Rechenschaft ziehen, Transparenz fördern und sie dabei unterstützen, im besten langfristigen Interesse der Gesellschaft und der Umwelt zu handeln.

Wir haben schon lange die Meinung vertreten, dass dieses Verhalten letztendlich im besten Interesse der Aktionäre sein wird, dank dessen, was wir als „Corporate Karma" bezeichnen. 2020 war ein klarer Beweis dafür, denn wir haben beobachtet, dass sich Aktien und Fonds mit höheren ESG-Rankings im Wert überdurchschnittlich entwickelten, insbesondere während des starken Ausverkaufs im März. Wir gehen davon aus, dass sich dies fortsetzen wird, da Kunden, talentierte potenzielle Beschäftigte und Kapital an die Unternehmen fliessen, die das Richtige tun.

Die Öffentlichkeit hat ihr Vertrauen in unsere Hände gelegt. Wir können es uns buchstäblich nicht leisten, sie im Stich zu lassen.

Hier erfahren Sie mehr: www.schroders.com/de/ch/asset-management/insights/

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