Der Besucherandrang sei am Samstag so gross gewesen, dass die Veranstaltung als ausverkauft gemeldet wurde, teilte der Verein «100 Jahre Flugplatz St. Gallen-Altenrhein» am Sonntag mit.

Vertreter aus Politik und Wirtschaft aus der Ostschweiz, aus Vorarlberg und Liechtenstein würdigten die grenzüberschreitende Bedeutung des Standortes. Der St. Galler Regierungsrat Beat Tinner bezeichnete den Flugplatz als «Tor zur Welt».

Show von Kunstflugstaffel sorgt für Highlight

Das hohe Verkehrsaufkommen führte am Samstag zu Engpässen bei der Anreise. In Zusammenarbeit mit der Polizei sei die Situation schrittweise unter Kontrolle gebracht worden, hiess es. Am Sonntag sei der Besucherandrang problemlos bewältigt worden. Zahlreiche weitere Menschen verfolgten die Flugshows demnach von ausserhalb des Festgeländes.

Ein Höhepunkt war der Auftritt der Patrouille Suisse: Für die Kunstflugstaffel der Schweizer Luftwaffe war es der letzte Auftritt in ihrer gewohnten Formation in der Ostschweiz. Daneben zeigten auch die Flying Bulls mit historischen Flugzeugen und die Classic Formation ihre Programme.

Im Vordergrund des Wochenendes sollten aber nicht Show und Spektakel, sondern die Geschichte des Flugplatzes und dessen Bedeutung für die Schweiz stehen, wie Roland Müller, Präsident des Organisationskomitees «100 Jahre Flugplatz Altenrhein» im Vorfeld des Jubiläums geschrieben hatte.

Flugplatz wird seit Jahren kontrovers diskutiert

Der Flugplatz Altenrhein wurde 1926 vom deutschen Flugzeugkonstrukteur Claude Dornier gegründet. Da der Versailler Vertrag den Bau grosser Flugzeuge in Deutschland verbot, wich er für die Entwicklung des Grossraum-Wasserflugzeugs Do X auf die Schweizer Seite des Bodensees aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte das Nachfolgeunternehmen FFA in Altenrhein den Militärjet «P-16», dessen Entwicklung nach einem Absturz aber eingestellt wurde.

Mittlerweile entwickeln und produzieren die Flugzeugwerke in Altenrhein laut Müller keine eigenen Flugzeuge mehr. Auch würden aktuell keine Aufträge mehr für die Luftwaffe ausgeführt. Dafür habe sich der Unterhalt von Business-Jets sehr gut entwickelt.

Trotz Kritik und Kontroversen, etwa wegen der Umweltbelastung oder wegen Lärmemissionen, glaubt Müller an die Zukunft des Flugplatzes.

(AWP)