In der Schweiz gingen mittlerweile viele davon aus, dass das Land in Rankings zur Wettbewerbsfähigkeit «fast selbstverständlich» zur Weltspitze gehöre, so Mäder, der sein Amt an der Spitze des Wirtschaftsdachverbands im laufenden Monat an Silvan Wildhaber abgibt. Diese Einstellung sei gefährlich: «Standorte wie etwa Irland oder Dänemark bewegen sich gerade enorm. Wir müssen uns mit den Besten in Europa messen und nicht einfach nur mit den unmittelbaren Nachbarländern.»
Derweil gebe es in der Schweiz einen Reformstau, so Mäder. «Trotzdem sendet der Bundesrat keine Signale aus, dass er bereit wäre, die nötigen Dossiers entschlossen anzugehen.» Dazu gehöre etwa die Altersvorsorge. Den Entscheid, das Rentenalter in der nächsten AHV-Reform nicht einmal diskutieren zu wollen, sei «unverantwortlich, um ein vorsichtiges Adjektiv zu verwenden».
Bezüglich Einwanderung sollte die Schweiz laut Mäder am richtigen Ort ansetzen: Am Ursprung des grossen Unmuts in der Gesellschaft sieht er die Asylmigration. Auch wenn diese zahlenmässig nur einen kleinen Teil der Einwanderung ausmache, erhalte diese Art der Zuwanderung überproportional viel Aufmerksamkeit.
Die Schweiz habe allerdings auch bei der Arbeitsmigration in den letzten Jahren ein Mass erreicht, wo es kritisch werde, räumte er ein. «Aber diese Art der Einwanderung dürfte ohnehin zurückgehen, wenn unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter leidet. Mich würde es nicht überraschen, wenn die Nachfrage nach Zuzügern tendenziell zurückgeht.»
tp/rw
(AWP)
