Die Pressefreiheit ist in Ägypten stark eingeschränkt. In der Rangliste der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) belegt das nordafrikanische Land aktuell Platz 169 von 180. Der Organisation zufolge werden faktisch alle Medien vom ägyptischen Staat, den Sicherheitsbehörden oder einflussreichen Geschäftsleuten unter Aufsicht der Regierung kontrolliert. Wer sich dieser Zensur nicht unterwerfe, dessen Websites werden blockiert, so RSF.
«Mada Masr»: Erfolglos um Lizenz bemüht
Auch «Mada Masr», die Attalah 2013 zusammen mit Gleichgesinnten gründete, wurde 2017 wie Hunderte weitere Websites blockiert. Die Macher hinter der arabisch-englischen Online-Zeitung erklärten zuvor, sie hätten mehrfach erfolglos versucht, die erforderliche Lizenz beim zuständigen Rat für Medienregulierung zu beantragen.
Attalah und weitere «Mada»-Journalisten wurden in vergangenen Jahren wiederholt festgenommen und befragt unter dem Vorwurf, Falschnachrichten zu verbreiten und die nationale Sicherheit zu gefährden.
«Erschütternder Rückschlag für die Pressefreiheit in Ägypten»
RSF sprach von einer «ungeheuerlichen Entscheidung», die sofort rückgängig gemacht werden müsse. Mai al-Sadani, eine Anwältin für Menschenrechte, bezeichnete das Gerichtsverfahren als «absolute Farce». Diplomaten, Forscher und Wissenschaftler hätten sich auf die Berichte und Analysen der Nachrichtenseite verlassen. Die Organisation Amnesty International sprach von einem «erschütternden Rückschlag für die Pressefreiheit in Ägypten».
Menschenrechtler erheben in Ägypten immer wieder schwere Vorwürfe gegen die Regierung von Präsident Abdel Fattah al-Sisi. Vergangenen Monat wurden sechs Journalisten der unabhängigen Website «Matsda2sh» festgenommen, die für Faktenchecks bekannt ist. Ihnen wird die Verbreitung von Gerüchten und Falschnachrichten über staatliche Institutionen vorgeworfen./jot/DP/jha
(AWP)
