Das im Eurostoxx 50 notierte Papier sprang zur Wochenmitte mit einem Plus von bis zu sechs Prozent auf den höchsten Stand seit Anfang August. Am frühen Nachmittag stand die Aktie nur unweit darunter bei 34,07 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit noch ein kleines Minus zu Buche.

Ahold Delhaize hatte Mitte Oktober einen Cyberangriff bekanntgemacht und dabei einige Systeme vom Netz genommen. Dies habe vor allem Online-Funktionen in den Benelux-Ländern und den USA sowie Lieferkettenprozesse in den Benelux-Ländern betroffen, berichtete Konzernchef Frans Muller. Kunden konnten nach dem Angriff für einige Tage nicht online bestellen, zudem blieben Regale in einigen Läden leer.

In jüngster Zeit gab es vermehrt Hackerangriffe auf Kühlsysteme von Supermärkten in ganz Europa.

Wegen der Cyberattacke Mitte Oktober passte Muller seinen Ausblick für das laufende Jahr an. So soll sich die bereinigte operative Marge vier Prozent annähern. Bislang war Ahold Delhaize von rund vier Prozent ausgegangen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll zu konstanten Wechselkursen im niedrigen einstelligen Prozentbereich wachsen. Hier hatte das Management zuvor ein Plus im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. Zudem soll der Barmittelzufluss etwas geringer ausfallen als bisher angenommen.

Die Auswirkungen des Hackerangriffs auf Ahold seien deutlich höher gewesen, als ursprünglich von ihr angenommen, schrieb Analystin Izabel Dobreva von der US-Bank Morgan Stanley in ihrem Kommentar. Unter normalen Umständen wäre der Bericht aus ihrer Sicht eher beruhigend, da der Konzern letztlich operativ besser abgeschnitten habe als am Markt gedacht. Wegen der gesenkten Prognose erwartet Dobreva aber, dass der Marktkonsens für den Gewinn je Aktie nun um bis zu drei Prozent sinken könnte.

Borja Olcese von der US-Bank JPMorgan hingegen sah sich durch Zahlen und Prognosekürzungen in seiner ohnehin schon negativen Einschätzung der Aktie bestätigt. Aus seiner Sicht haben die aktuelle Aktienbewertung und die Markterwartungen noch reichlich Spielraum nach unten.

Im dritten Quartal beschleunigte sich aber das Geschäftswachstum des Konzerns. So stieg der Erlös um 2,6 Prozent auf rund 23,1 Milliarden Euro, wie das Unternehmen weiter mitteilte. In den ersten neun Monaten reduzierte sich damit das Minus auf 0,5 Prozent.

Das bereinigte operative Ergebnis stieg in den drei Berichtsmonaten um 1,3 Prozent auf 946 Millionen Euro, die bereinigte Marge sank hingegen leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent. Damit schnitt das Unternehmen etwas besser ab als von Analysten erwartet.

Das Unternehmen kündigte zudem einen Aktienrückkauf von einer Milliarde Euro mit Beginn Anfang 2027 an./nas/stw/mis/tav/mis/jha/

(AWP)