Der EuroStoxx 50 fiel zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Mitte Juni und schloss mit einem Minus von 1,47 Prozent bei 6.180,29 Punkten. Ausserhalb der Euroregion sank der britische FTSE 100 um 0,79 Prozent auf 10.458,50 Zähler. Der Schweizer Leitindex SMI legte um 0,14 Prozent auf 13.808,42 Zähler zu und profitierte damit von Kursgewinnen einiger defensiver Schwergewichte.
«Die Lage an den Anleihemärkten bereitet den Anlegern zunehmend Sorgen», konstatierte Analyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. Gemeinsam mit den immer noch hohen Energiepreisen braue sich damit eine gefährliche Mixtur zusammen, die verstärkt auch die Aktienmärkte erfassen könnte, so Lipkow.
Die erneut verschärfte Lage an den Anleihemärkten belastete vor allem die europäischen Bankenwerte. So verbuchten die Aktien von BNP Paribas , Societe Generale , Credit Agricole , Santander , BBVA , Unicredit und Intesa Sanpaolo Kursabschläge zwischen 2,0 und 5,0 Prozent.
Unter Druck standen auch Technologietitel. Vor den Zahlen asiatischer Halbleiterschwergewichte war Zurückhaltung zu spüren. Marktexperte Lipkow sieht darin die Unsicherheit reflektiert, «ob grosse Technologieunternehmen wie Samsung und SK Hynix die hohen Erwartungen der Anleger tatsächlich erfüllen können». Die Papiere von BE Semiconductor sackten um 8,5 Prozent ab. Die Analysten von UBS hatten die Aktien von «Kaufen» auf «Verkaufen» abgestuft und das Kursziel deutlich gesenkt.
Besser als der Gesamtmarkt hielt sich der Autosektor. Die Aussicht auf europäische Importbeschränkungen gegen Hybridautos aus China bremste das Verkaufsinteresse der Anleger. Die Europäische Union (EU) bereite Schutzmassnahmen vor, die die Einfuhr chinesischer Hybridfahrzeuge in die EU begrenzen sollen, hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet. Unter den Einzelwerten zogen die Papiere von Renault um 3,7 Prozent an, jene von Stellantis gewannen 1,6 Prozent./edh/he
(AWP)

