«Steigt das Öl, steigen die Inflationssorgen - und damit geraten auch die Renditen am Anleihemarkt stärker in den Fokus», stellte Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets fest. Gerade die inzwischen erreichte Höhe der Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe könne auch der Aktienmarkt nicht ignorieren.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor am Dienstag 0,95 Prozent auf 6.468,17 Punkte. Auch in Frankreich, Italien und Spanien verbuchten die Börsen Verluste.
Ausserhalb des Euroraums sah es etwas besser aus: So legte der schweizerische Leitindex SMI um 0,13 Prozent auf 14.320,90 Punkte zu. Der britische FTSE 100 schloss mit plus 0,07 Prozent auf 10.728,04 Zähler.
Europaweit schwächster Sektor waren die Technologiewerte . Infineon verloren am EuroStoxx-Ende 7,6 Prozent. Siemens Energy sanken um 5,2 Prozent. ASML büssten 4,9 Prozent ein. Nach der jüngsten Erholung kam es also wieder zu Verlusten im Halbleiter- und KI-Segment.
Der Sektor reagiert sensibel auf die Renditeentwicklung am Anleihemarkt, da viele Unternehmen im Zug des Booms der KI ihre Kapazitäten ausgeweitet haben. «Volatilität an den Zinsmärkten könnte den KI-Optimismus dämpfen, da die Investitionen zunehmend fremdkapitalfinanziert und damit zinsabhängiger sind», merkte Jochen Stanzl, Marktanalyst der Consorsbank, dazu an.
Gefragt waren Aktien aus dem Pharmasektor . Bayer und Argenx waren im EuroStoxx unter den grössten Gewinnern mit Kurszuwächsen von jeweils etwas mehr als 1,7 Prozent. Argenx setzten ihren Rekordlauf damit fort./ajx/he
(AWP)

