Der EuroStoxx stieg um 0,30 Prozent auf 6.320,26 Punkte. Ausserhalb der Eurozone gab der Schweizer Leitindex SMI um 0,22 Prozent auf 13.912,19 Zähler nach. Der britische FTSE 100 verlor 0,45 Prozent auf 10.636,71 Punkte.
Neue Konjunkturdaten beurteilte Lipkow als durchwachsen. «Das Industrievertrauen erholt sich weiter von seinen Tiefständen, während die Stimmung im Dienstleistungssektor hinter den Erwartungen zurückbleibt», betonte der Marktexperte. «Unter dem Strich reicht das aus, um die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung am Leben zu halten.»
Mit Abstand stärkster Sektor waren die Technologiewerte , allen voran die Halbleiteraktien. So legten die Aktien von ASML um 4,2 Prozent zu. «Trotz der zuletzt aufgekommenen Zweifel an Wachstum, Investitionen und Bewertungen bleibt die KI-Story für viele Investoren attraktiv», merkte Lipkow an. «Solange die Anleger an die langfristigen Wachstumsperspektiven glauben, werden Rücksetzer bei den entsprechenden Aktien weiterhin auch als Kaufgelegenheiten gesehen.»
Zur Schwäche neigten dagegen Infrastrukturwerte. Die sonst wenig volatilen Aktien von Vinci sanken um 2,4 Prozent. Auch Titel anderer französischer Infrastrukturunternehmen wie ADP und Eiffage gaben nach. Marktteilnehmer verwiesen auf Steuerpläne der französischen Regierung. Danach sollen im Rahmen des Haushalts für 2027 Steuern für Transport-Infrastruktur angehoben werden.
In der zweiten Reihe kamen die Anteilscheine von Lindt & Sprüngli unter Druck und sackten um 8,7 Prozent ab. Der Titel reagierte damit auf die zweite Senkung der Umsatzprognose im laufenden Jahr. Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy betonte, dass dadurch das Vertrauen in die Prognosefähigkeit des Unternehmens untergraben werde. Und diese sei bislang ein wesentlicher Faktor für die hohe Bewertung gewesen.
Demgegenüber schnellten die Aktien von Julius Bär um mehr als sieben Prozent nach oben. Die Bank macht in der Aufarbeitung des Debakels rund um massive Kreditausfälle im Zuge der Pleite des österreichischen Immobilienkonzerns Signa einen grossen Schritt vorwärts. Die Finanzmarktaufsicht Finma hat ihr seit Jahren laufendes Verfahren nun abgeschlossen. Die Behörde rügte die Bank noch einmal scharf, sie lockerte aber auch einige Massnahmen und macht so den Weg für Aktienrückkäufe frei./la/he
(AWP)

