Damit würde sich der deutsche Leitindex zum Start in den September weiter von seinem jüngsten Rekordhoch bei 26.618 Punkten entfernen. Zudem droht ihm erstmals seit Juli der Rutsch unter die für den kurzfristigen Trend wichtige 21-Tage-Linie. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird am Dienstagmorgen hingegen knapp 0,2 Prozent fester erwartet.
Angesichts schon hoher Bewertungen haben die Börsen derzeit mit den weiter steigenden Ölpreisen und Anleihezinsen zu kämpfen. Eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche gilt seit geraumer Zeit als sicher. Und seit entsprechenden Hinweisen von US-Notenbankchef Kevin Warsh vom vergangenen Freitag gehen die Märkte auch von einer Leitzinserhöhung in den USA im September aus.
Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners erinnerte zudem daran, dass der September üblicherweise ein schwacher Börsenmonat ist. Allerdings stehe für den abgelaufenen August, der im Durchschnitt ebenfalls negativ verlaufe, eine positive Bilanz zu Buche, relativierte er.
Aktienstratege Mislav Matejka von der US-Bank JPMorgan traut den Aktienmärkten bis zum Jahresende einen weiteren Anstieg zu. Denn die Unternehmensgewinne sollten auch in den kommenden Monaten stark ausfallen, schrieb er. Rückenwind erwartet er zudem von den gestiegenen Gewinnerwartungen und einer Erholung der Einkaufsmanagerindizes. Vor diesem Hintergrund sollten sich die anziehenden Anleihezinsen «nicht als unüberwindbares Hindernis» für die Aktienkurse erweisen.
An diesem Dienstag stehen in Europa sowie den USA Einkaufsmanagerindizes aus der Industrie im Fokus, welche die Einschätzung von Matejka untermauern könnten.
Die Aktien des Technologiekonzerns Kontron könnten von Aufträgen für Bahnkommunikationslösungen aus Rumänien profitieren. Finanzielle Details gab das Unternehmen allerdings nicht bekannt. Die Nachricht sei zwar positiv für die Stimmung gegenüber der Aktie, aber «business as usual», kommentierte ein Händler.
Beim Pharmakonzern Merck KGaA sowie beim Aromen- und Duftstoffehersteller Symrise sorgten neue Kaufempfehlungen für gute Stimmung./gl/stk
(AWP)

