Damit bliebe der deutsche Leitindex über der Marke von 26.000 Punkten sowie der Unterstützung der 21-Tage-Linie, die ein charttechnisch viel beachteter, kurzfristiger Trendindikator ist. Der Weg zurück zum Rekordhoch von gut 26.574 Punkten dürfte derweil steinig bleiben angesichts wichtiger Ereignisse im Laufe der Woche.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird am Montagmorgen ähnlich schwächer erwartet wie der Dax.
«Nvidias Zahlen, die Präzisierung wirtschaftlicher (US-)Sanktionen gegen den Iran und das Notenbanktreffen in Jackson Hole: Jedes dieser Ereignisse hat für sich betrachtet das Potenzial, neue Unruhe an den Märkten auszulösen», schrieb Marktbeobachter Jochen Stanzl von der Consors Bank. Der Dax müsse vor diesem Hintergrund erst noch beweisen, ob die psychologisch wichtige 26.000-Punkte-Marke belastbar sei. Ein Rutsch darunter «könnte zu einer spürbaren Zunahme der Schwankungen beitragen».
Von den internationalen Vorgaben kann der Dax keine Unterstützung erwarten: Die US-Börsen hatten am Freitag zwar zugelegt. Doch zu Wochenbeginn zeichnen sich auch hier Kursverluste ab. Zudem ging es an den asiatischen Handelsplätzen bergab. Insbesondere der technologielastige südkoreanische Kospi stand deutlich unter Druck.
Unternehmensseitig könnten die Aktien von Halbleiterunternehmen wie dem Hersteller Infineon und dem Zulieferer Aixtron von den Verlusten der asiatischen Branchenvertreter Samsung und SK Hynix in Mitleidenschaft gezogen werden. Samsung überzeugte die Anleger mit seinen Dividenden- und Aktienrückkaufplänen zunächst nicht.
Mit der Forderung von Einfuhrzöllen auf chinesische Hybrid-Autos sei Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies nicht der erste, kommentierte derweil ein Händler eine entsprechende Meldung. Daher erwartet er keinen Einfluss auf die Aktienkurse der deutschen Autobauer.
Aus Sicht von Commerzbank -Aufsichtsratschef Jens Weidmann sollte der Bund im Übernahmekampf mit der italienischen Konkurrentin Unicredit vorerst Aktionär bei den Frankfurtern bleiben. «Die Beteiligung war Teil einer Rettungsmassnahme, deshalb sollte sich der Bund perspektivisch zurückziehen», sagte Weidmann der «Süddeutschen Zeitung». «In der aktuellen Phase macht es aber Sinn, dass der Bund weiter Aktionär bleibt, um die Interessen des Standorts Deutschland aktiv zu vertreten.» Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, dass die Bundesregierung offen für einen Ausstieg sein könnte, sofern sich beide Banken auf eine gemeinsame Strategie verständigen sollten./gl/mis
(AWP)

