Der Optimismus hinsichtlich eines baldigen diplomatischen Durchbruchs im Krieg zwischen den USA und dem Iran schwindet einmal mehr und die Ölpreise legen zu. Das hatte in den USA am Vortag wieder Inflationssorgen hochkochen lassen und damit stiegen auch die Wetten auf weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed. In der Folge sprangen die Renditen amerikanischer Staatsanleihen auf Mehrjahreshochs.

Der Marktbeobachter Stephen Innes stellt sich nun die Frage, wie lange das US-Wirtschaftswachstum höheren Zinsen und Ölpreise noch standhalten könne, während «das Aktienpolster nicht mehr weiter wächst».

Bevor hierzulande womöglich der Kapitalmarkttag des Autobauers BMW in den Blick rücken könnte, dürfte sich das Interesse im Dax zunächst voraussichtlich auf RWE und FMC richten.

So berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg, dass der Energiekonzern RWE gemeinsam mit der Beteiligungsgesellschaft KKR ein unverbindliches Angebot für den deutschen Staatskonzern Uniper abgegeben habe. Dabei konkurriere RWE mit Interessenten wie Equinor sowie einem Konsortium aus Brookfield und der Investmentgesellschaft aus Kanada, CPPIB.

Ein Händler bewertete den Schritt kritisch, da er zulasten von Aktienrückkäufen gehen dürfte und verwies auf Umsetzungsrisiken. «Zudem hatte RWE-Chef Markus Krebber zuvor ein Interesse an der Übernahme von Uniper verneint, was Fragen hinsichtlich einer klaren Strategie und der Kapitaldisziplin aufwirft.» RWE gaben vorbörslich auf Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss um rund ein Prozent nach.

FMC gaben mit minus zweieinhalb Prozent noch deutlicher nach. Die Privatbank Berenberg hat das Kursziel für die Aktie des Dialysespezialisten kräftig von 60 auf 42 Euro gesenkt und ihre Kaufempfehlung gestrichen. Fresenius Medical Care müsse «den Absatzmotor neu starten», schrieb Harry Gillis und verwies auf mangelnde Impulse aus eigener Kraft.

Der Windkraftanlagenbauer Nordex meldete einen Grossauftrag in Deutschland und der Pharmaspezialist Medios stellte seine Strategie «Ambition 2031» vor. Während diese Aktien auf Tradegate zulegten, gaben Mutares nach.

Die Beteiligungsgesellschaft Mutares gab bekannt, eine Vereinbarung über den Erwerb der Steinmüller Engineering GmbH unterzeichnet zu haben. Finanzielle Details wurden dabei nicht genannt. Steinmüller ist ein deutscher Entwickler von Lösungen der thermischen Verfahrenstechnik für den Energie- und Industriesektor./ck/mis

(AWP)