Auch der Dax dürfte höher starten. So signalisierte der X-Dax eine Stunde vor der Eröffnung ein Plus von 0,3 Prozent auf 26.367 Punkte. Damit würde der deutsche Leitindex aber noch unter seinem Vortageshoch bleiben, das nur gut 100 Punkte unter dem Rekord von knapp 26.574 Punkten gelegen hatte.
Die ungebrochene Nachfrage nach Rechenkraft für KI-Anwendungen treibt den global dominierenden KI-Chipkonzern Nvidia weiter an. Das Unternehmen wies Gewinnsteigerungen aus, die die Erwartungen übertrafen - und das Wachstumstempo soll überzeugend hoch bleiben, auch dank der neuen Prozessorarchitektur Rubin.
Anleger reagieren deshalb erst einmal erleichtert ob der Bedenken bezüglich der Nachhaltigkeit des KI-Investitionszyklus. Die Nvidia-Aktien legten ausserbörslich deutlich zu, was aber noch mehr für den SAP -Konkurrenten Salesforce gilt, der am Vorabend ebenfalls Quartalszahlen vorgelegt hatte und sein Wachstum mit KI-Produkten weiter vorantreibt. Im Gesamtpaket sind die Vorgaben vor allem für Tech-Werte positiv. Dies zeigte sich über Nacht auch bei Chipwerten in Asien. Das US-Unternehmen Marvell Technology könnte am späten Abend mit frischen Zahlen den aktuellen KI-Trend untermauern.
Der Fokus wandert nun in Richtung des Notenbanktreffens in Jackson Hole, dessen Höhepunkt die Rede von Fed-Präsident Kevin Warsh am Freitag ist. Der PCE-Deflator hatte zur Wochenmitte gezeigt, dass diese von der Fed favorisierte Inflationskennziffer weiter zu hoch ist. «Eine Zinsanhebung durch die US-Notenbank vor Jahresende ist damit nicht vom Tisch», schreibt am Morgen der Marktbeobachter Jochen Stanzl von der Consors Bank.
Die jüngsten Quartalsbilanzen der US-Chipkonzerne dürften sich auch am deutschen Aktienmarkt auf die Kurse von Halbleiterwerten und Profiteuren des KI-Booms positiv auswirken. Vorbörslich auf Tradegate zeigten sich die Papiere von Infineon und Aixtron 2,2 beziehungsweise 3,4 Prozent höher im Vergleich zum Xetra-Schluss. Die Aktien von Siemens Energy gewannen 1,4 Prozent. SAP zogen nach schwachem Vortag um 2 Prozent an.
Die UBS stufte die Aktien von Bilfinger auf «Buy» hoch. Darauf reagierten die Titel des Industriedienstleisters auf Tradegate mit einem Zuwachs von 3,7 Prozent. Nach dem zweiten Quartal seien die Erwartungen an die Marge gesunken und hätten das Enttäuschungsrisiko für das Gesamtjahr weitgehend eliminiert, hiess es. Der Auftragseingang habe positiv überrascht. Die Analysten sehen einen günstigen Einstiegszeitpunkt.
Für die Anteile des SDax-Neulings Asta Energy ging es nach Halbjahreszahlen und Bestätigung des erst kürzlich angehobenen Ausblicks auf Tradegate um 5,5 Prozent hoch. Die starke Nachfrage aus dem Energiesektor sorgt bei dem Kupferspezialisten für Auftrieb.
Der Essenslieferdienst Delivery Hero erhöhte seine Jahresprognose. Die Aktien gewannen vorbörslich auf Tradegate 1 Prozent.
Höher notierten auch die Anteile der Optikerkette Fielmann nach detaillierten Zahlen für das zweite Quartal./ajx/stk
(AWP)

