«Der Sprung über die psychologisch wichtige 26.000-Punkte-Marke wirkt wie ein Dosenöffner. Der Dreiklang aus Geopolitik, Geldpolitik und Unternehmenszahlen liefert derzeit die gewünschten Koordinaten für die Navigationssysteme der Anleger», kommentierte Marktanalyst Timo Emden vom Broker CapTrader. «Die jüngste Rekordserie sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit dem schwelenden Iran-Konflikt nach wie vor erhebliche Risiken unter der Oberfläche glimmen.»
Die Aktien von Zalando brachen um knapp 13 Prozent ein. Der Online-Modehändler enttäuschte mit seinen Umsatz- und Ergebniszahlen für das zweite Quartal. Den Jahresausblick konkretisierte das Management. Die Analysten des Investmenthauses Jefferies sprachen von einem durchwachsenen Quartal. Das Zahlenwerk sei schwächer als erwartet gewesen, schrieb JPMorgan-Expertin Georgina Johanan und wies insbesondere auf das geringere Wachstum des Bruttowarenvolumens hin.
Für die Papiere von Bayer ging es an der Dax-Spitze um 4,9 Prozent nach oben. Die Leverkusener übertrafen dank guter Agrargeschäfte und Kostensenkungen die Erwartungen für das zweite Quartal. Zudem legten in der Pharmasparte die Verkaufszahlen noch recht neuer Medikamente weiter deutlich zu. Den währungsbereinigten Umsatzausblick für 2026 bestätigte der Pharma- und Agrarchemiekonzern. JPMorgan-Analyst Richard Vosser sprach in einer ersten Reaktion von starken Resultaten. Zusammen mit der bestätigten Prognose dürften die Konsensschätzungen für den Kerngewinn je Aktie in diesem Jahr zulegen.
Die Anteilsscheine von FMC sackten trotz guter Quartalszahlen des Dialysespezialisten auf den tiefsten Stand seit einem Monat ab. An der Börse überwogen die Sorgen über enttäuschende Behandlungszahlen in den USA. Das zweite Quartal sei zwar überraschend stark ausgefallen, doch habe FMC erheblich von den befristeten US-Vergütungsregeln für neue Dialysemedikamente (TDAPA) profitiert, schrieb UBS-Analyst Graham Doyle. Die Papiere unterschritten die kurzfristigen Trendlinien und verloren zuletzt 7,3 Prozent.
Die Aktien von Continental büssten nach Quartalszahlen 1,9 Prozent ein. Mit dem zweiten Quartal habe der Reifenhersteller die Erwartungen übertroffen, lobte Anlayst Harry Martin von Bernstein Research. Allerdings habe Conti den Ausblick nur bestätigt. Viele Investoren hätten wohl eine Anhebung erwartet.
Einen weiterhin schweren Stand haben die Aktien von Adidas . Nach den in der Vorwoche vorgelegten Quartalszahlen mit am Markt negativ aufgenommenen hohen Marketingausgaben belastete nun eine Abstufung durch die UBS die Titel des Sportartikelherstellers. Der Umsatztrend erscheine stabil, die Marge allerdings verwundbar, schrieb Analyst Robert Krankowski. Der Kursverlust belief sich zuletzt auf 2,1 Prozent.
Die Folgen des Iran-Kriegs und Streiks kamen die Lufthansa teuer zu stehen. Für 2026 hält Vorstandschef Carsten Spohr deshalb jetzt doch einen Gewinnrückgang für möglich. Im zweiten Quartal brockten die immens gestiegenen Kerosinpreise dem Konzern einen herben Gewinneinbruch ein. Damit schnitt die Lufthansa noch schlechter ab als von Analysten im Schnitt befürchtet. Die Aktie fiel auf den tiefsten Stand seit Mitte Juni und verlor als Schlusslicht im MDax zuletzt 11 Prozent.
Eine maue Konsumstimmung insbesondere in Europa sowie der laufende Konzernumbau belasteten auch das zweite Quartal des Modekonzerns Hugo Boss . Den Jahresausblick bestätigte Hugo Boss dennoch. Nach Ansicht von Chiara Battistini von JPMorgan wird der Kurs aber durch die Übernahmeofferte von Frasers von 38 Euro je Aktie bestimmt. Die Aktie stagniert weiter exakt auf diesem Niveau.
Verbio verdiente im vergangenen Geschäftsjahr deutlich mehr als zuletzt erwartet. Der Biokraftstoffhersteller hatte erst Ende Mai die Prognose für den operativen Gewinn auf 160 Millionen Euro bis 180 Millionen Euro angehoben. Für die Verbio-Papiere ging es um 7,8 Prozent aufwärts./edh/jha/
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
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