Der Dax gab zur Mittagszeit um 0,3 Prozent auf 25.218 Punkte nach und fiel damit erneut unter die 21-Tage-Linie, die den kurzfristigen Trend signalisiert. Der MDax der mittelgrossen Unternehmen gab um 0,4 Prozent auf 29.934 Zähler nach.

Mögliche weitere Zinsanhebungen, die eine entsprechend höhere Finanzierungslast, vorrangig für Technologieunternehmen, mit sich bringen würden, bereiten Sorgen. Da half selbst der vom taiwanesischen Chipriesen TSMC am Morgen für das abgelaufene Quartal gemeldete, und zudem besser als erwartet ausgefallene Rekordgewinn nicht viel.

«Wir sehen am Aktienmarkt gerade die zweite Welle der KI-Sorgen», kommentierte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Es seien keine klassischen Gewinnmitnahmen, sondern echte Sorgen vor einer massiven Korrektur. Im Dax allerdings, der nur mit einer geringen Anzahl an Techwerten bestückt ist, hinterliessen derartige, aus KI-Sorgen heraus entstehende Verkaufswellen deutlich geringere Spuren.

Dennoch dominierte die Vorsicht auch hierzulande, denn am Nachmittag stehen mit wöchentlichen Arbeitsmarktzahlen, Erzeugerpreisen und Einzelhandelsumsätzen weitere US-Konjunkturdaten auf der Agenda. «Nach dem jüngsten Inflationsschock werden die Anleger besonders genau darauf achten, ob sich der Preisdruck weiter verfestigt und die US-Notenbank zu einer noch restriktiveren Geldpolitik zwingen könnte», erklärte Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.

Im Dax sackte die bereits am Vortag schwache Infineon -Aktie um 7,4 Prozent ab. Die Aktie des Energietechnikunternehmens Siemens Energy sank um 6,3 Prozent. Im MDax verloren Jenoptik , Elmos , Siltronic , Suss Microtec und Aixtron zwischen 4,3 und 8,1 Prozent.

Das Papier von Flatexdegiro profitierte unterdessen an der MDax-Spitze mit plus 6,5 Prozent von angekündigten Aktienrückkäufen. Der Umfang soll laut dem Onlinebroker mit bis zu 100 Millionen Euro doppelt so hoch sein wie der des im Mai 2025 abgeschlossenen Aktienrückkaufprogramms.

Im Kleinwerte-Index SDax ging die Vorzugsaktie von Drägerwerk trotz bestätigter Jahresziele mit 16 Prozent auf Talfahrt und sackte auf ein Tief seit Ende Juli. Ein Händler verwies darauf, dass das bereinigte operative Quartalsergebnis des Medizintechnikunternehmens einen positiven Einmaleffekt von mehr als 16 Millionen Euro durch die Rückerstattung von Zöllen enthalte. Werde dieser herausgerechnet, «liegt das bereinigte Ebit deutlich unter den Erwartungen», erklärte er den kräftigen Kursverlust.

Spitzenwert war das Redcare-Pharmacy-Papier mit plus 2,3 Prozent. Dass die Schweizer Konkurrentin DocMorris im dritten Quartal ihren Umsatz spürbar gesteigert und die Jahresziele angehoben hat, beflügelte auch den Anteilsschein der im SDax notierten niederländischen Online-Apotheke./ck/jha/

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

(AWP)