Belastet hat in den vergangenen Tagen vor allem der Anstieg der Renditen an den Anleihemärkten. Bisher hält der Dax sich aber über der 21-Tage-Linie, womit aus technischer Sicht der kurzfristige Trend intakt bleibt.
Der MDax der mittelgrossen Unternehmen gewann zuletzt 0,77 Prozent auf 31.960 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,2 Prozent hoch.
Als Kursstütze erwiesen sich die nach den Vortagsverlusten erholt erwarteten US-Börsen. Aus Asien kamen zuvor keine klaren Impulse: Mit dem japanischen Nikkei 225 und dem südkoreanischen Kospi entwickelten sich die wichtigsten der technologielastigen asiatischen Indizes in unterschiedliche Richtungen.
Experte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners erinnerte mit Blick auf die viertägige Dax-Verlustserie daran, dass es fünf negative Handelstage in Folge zuletzt im April gegeben habe. «Allerdings war das Handelsvolumen gestern das bislang zweitniedrigste in diesem Kalenderjahr. Es werden also weiterhin nur in geringem Stil Gewinne mitgenommen», relativierte er die jüngste Schwäche.
Vor dem Wochenende standen einige Nachzügler der Unternehmensberichtssaison im Fokus. Ein trüberer Geschäftsausblick brockte dem Optikerkonzern Fielmann einen Kursrutsch von 6,8 Prozent ein. Zeitweise sackten die Aktien bis auf 37,95 Euro und damit ein Tief seit dem Frühjahr 2023 ab. Das Unternehmen war schon Anfang Juli mit den vorläufigen Halbjahreszahlen vorsichtiger geworden und hatte für Umsatz und bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) das untere Ende der Zielspannen in Aussicht gestellt.
Einem Händler zufolge liegen die bisherigen Konsensschätzungen für den Umsatz und die bereinigte Ebitda-Marge knapp über den oberen Enden der neuen Zielspannen. Dass Fielmann im zweiten Halbjahr weiterhin eine Beschleunigung des Umsatzwachstums erwartet, besänftigte den Markt nicht.
Der Ticketvermarkter und Veranstalter CTS Eventim berichtete für das zweite Quartal erneut ein prozentual zweistelliges Wachstum für den Umsatz und das bereinigte Ebitda. Im Vergleich zum Jahresauftakt schwächte sich die Dynamik jedoch ab. Händler sprachen von einem durchwachsenen Zwischenbericht mit einer enttäuschenden Margenentwicklung. Die Aktien sackten trotz der bestätigten Jahresprognose um bis zu 9,5 Prozent ab, dämmten ihr Minus zuletzt aber deutlich ein auf nur noch 1,4 Prozent.
Beim Dialyseanbieter FMC sorgte die Meldung, dass der Medizinkonzern Fresenius seinen Anteil weiter reduziert hat, für einen Kursrückgang um 1,3 Prozent. Der Gesundheitskonzern verkauft 7,8 Millionen Aktien im Wert von rund 300 Millionen Euro an ausgewählte institutionelle Investoren. Dies entspricht rund 2,9 Prozent des Grundkapitals an FMC. Die Fresenius-Titel hielten sich im schwachen Branchenumfeld mit minus 0,3 Prozent noch recht gut.
Derweil halfen Impulse aus China den zuletzt schwächelnden Rohstoffwerten . Auch Stahlaktien waren stark gefragt. So erholten sich Thyssenkrupp um 4,2 Prozent auf 13,20 Euro, Salzgitter gewannen sogar 5,6 Prozent. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg plant die chinesische Führung, die Konjunktur mit stärkeren Finanzhilfen anzukurbeln. Damit will sie auf schwächere Wirtschaftsdaten im Juli reagieren. Für Thyssenkrupp hob Citigroup-Experte Ephrem Ravi zudem sein Kursziel deutlich auf 20 Euro an und blieb bei seiner Kaufempfehlung./gl/jha/
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
(AWP)

