Für den MDax mit den mittelgrossen Unternehmen ging es am Dienstag um 1,04 Prozent auf 32.364 Punkte hinauf. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zog um 0,4 Prozent an.

Die Ölpreise gaben am Dienstag weiter nach und stützten so die Aktienindizes. Am Vorabend hatte eine Rede des US-Finanzministers Scott Bessent keine konkreten Massnahmen aufgezeigt, mit denen die USA den Kriegsgegner Iran stärker unter Druck setzen will. Zuvor hatte die US-Regierung von einem «Wirtschaftskrieg» gegen den Iran gesprochen und damit gedroht, Teheran komplett von der Weltwirtschaft zu isolieren.

Veröffentlicht wurde am Vormittag das Ifo-Geschäftsklima, das als wichtigstes deutsches Konjunkturbarometer gilt und besser ausfiel als von Analysten erwartet. Demnach hellte sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im August weiter auf. Ökonomen erwarten trotz der Folgen des Iran-Kriegs und der jüngsten Dürre eine Belebung der Wirtschaft.

Dazu passte die Meldung zu einem etwas verbesserten Bruttoinlandsprodukt (BIP), das von April bis Juni mit 0,3 Prozent zum Vorquartal um 0,1 Punkte stärker zulegte als zunächst berechnet. Europas grösste Volkswirtschaft ist somit drei Quartale in Folge gewachsen.

In den Blick rücken nun allmählich andere wichtige Ereignisse im Wochenverlauf. Dazu zählen die Quartalszahlen von Nvidia am Mittwoch und am Freitag die Rede von Fed-Präsident Kevin Warsh auf dem Notenbanktreffen in Jackson Hole. Vor den Nvidia-Zahlen zur Wochenmitte erholten sich am Dienstag Chipwerte etwas von ihrem schwachen Vortag. So gewannen Infineon und Suss Microtec jeweils um die zweieinhalb Prozent.

Der KI-Boom hält an. Die Experten von JPMorgan rechnen nach der Berichtssaison zum zweiten Quartal mit weiterhin hohen KI-Investitionen von Unternehmen. Die UBS hob ihre Prognose für weltweite KI-Investitionen 2027 auf 1,2 Billionen US-Dollar an.

Mit den Chipwerten holten auch die Aktien von Siemens Energy wieder auf mit plus 2,2 Prozent. Händler verwiesen auf einen Bloomberg-Bericht, wonach der Konzern Goldman Sachs beauftragt hat, einen möglichen Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung am Dampfturbinengeschäft vorzubereiten. Die Pläne für einen Verkauf seien nicht neu, die hohen Wertindikationen von über 10 Milliarden Euro dürften den Kurs aber begünstigen, hiess es.

Die Anteile von Adidas und Puma wurden von einem von Dick's Sporting Goods gesenkten Ausblick belastet. Grund ist eine schwache Entwicklung der erst im vergangenen Jahr übernommenen Kette Foot Locker. Adidas und Puma gaben jeweils um 1 Prozent nach.

Stärkster Wert im Dax waren die Titel des Internetportal-Betreibers Scout24 , die den höchsten Stand seit Anfang Februar erreichten und zuletzt 3,7 Prozent gewannen.

Deutz verteuerten sich an der Spitze im MDax um 10 Prozent. Die Analysten von Kepler Cheuvreux und Oddo BHF hatten ihre Kursziele für den Motorenhersteller und neuerdings auch im Rüstungsgeschäft tätigen Konzern deutlich erhöht./ajx/mis

(AWP)