Laut dem Analysten Frank Sohlleder vom Broker ActivTrades lautet die zentrale Frage für den Wochenabschluss, ob dem Dax die charttechnische Rettung über die 200-Tage-Linie gelinge oder sich die Abwärtsspirale aus historisch hohen Renditen und kletternden Energiekosten manifestiere. Die viel beachtete 200-Tage-Linie für den längerfristigen Trend verläuft derzeit bei 24.857 Punkten.
Der MDax mit den mittelgrossen deutschen Werten legte am Freitag um 1,58 Prozent auf 29.972 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,8 Prozent ein.
Etwas Rückenwind kommt vor dem Wochenende vom Anleihemarkt, wo die Renditen nachgaben. Am Ölmarkt liess der Preisdruck ebenfalls nach. Ein Dementi von US-Präsident Donald Trump zu angeblich neuen US-Angriffen im Iran war dafür ausschlaggebend.
Thema bleibt ferner die ausgeprägte Schwäche von Techwerten in New York, die am Vortag unter einem Bericht der «Financial Times» gelitten hatten, wonach der auf das Jahr hochgerechnete Umsatz des KI-Konzerns OpenAI mit 50 Milliarden Dollar geringer ausfalle als zuvor signalisiert. Am Freitag hiess es aus Kreisen, der ChatGPT-Anbieter peile bis Ende 2026 einen Umsatz von mindestens 70 Milliarden Dollar an. Die Differenz ergibt sich wohl aus Brutto- und Nettoberechnung des Umsatzes, unter dem Strich gab es also wenig Neues.
Unter Druck stehen am Freitag Telekomwerte. Grund sind Nachrichten von Elon Musks Weltraumfirma SpaceX , die mit einem gross angelegten Frequenzkauf in den USA den Grundstein legt, um sich als Mobilfunk-Anbieter zu etablieren. An der Börse schickte die Mitteilung die Aktien grosser Mobilfunk-Anbieter in den USA im nachbörslichen New Yorker Handel bereits auf Talfahrt, darunter auch T-Mobile US .
Der Schwäche können sich die Papiere der Muttergesellschaft Deutsche Telekom nicht entziehen, das Minus betrug am Freitag 6,7 Prozent zum Xetra-Schluss. Der Wettbewerb in den USA verschärfe sich für die Telekom, kommentierte ein Händler.
Aktien-Umstufungen trieben Heidelberg Materials , Rational und Salzgitter deutlich nach oben. Für die Papiere des Baustoffkonzerns Heidelberg Materials und des Grossküchenausstatters Rational votiert die RBC nun jeweils mit «Outperform». Für den Stahlhersteller Salzgitter sprach die UBS eine Kaufempfehlung aus, die Papiere gewannen 8 Prozent.
Eine von der Berenberg Bank gestrichene Kaufempfehlung belastete hingegen die Titel des Rüstungsherstellers Rheinmetall . Die Titel notierten 1 Prozent schwächer. Deutlich mehr büssten die Papiere von Schott Pharma ein mit minus 5 Prozent im Zuge einer Absfufung von «Buy» auf «Hold» durch die Deutsche Bank./ajx/mis
(AWP)

