Dass Donald Trump zuletzt von nur kurzzeitigen Attacken auf den Iran gesprochen habe, sei «genau das, was die Börsen im Moment hören wollen», schrieb Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Dies stützte auch die vortags gebeutelten, technologielastigen asiatischen Indizes wie den südkoreanischen Kospi und den japanischen Nikkei 225 etwas.

Am vergangenen Freitag hatte der Dax mit 26.618 Punkten noch ein Rekordhoch erreicht. Seither sorgten steigende Ölpreise und hohe Anleihezinsen für eine deutliche Korrektur. Mit seinem Vortagstief von 25.727 Punkten hatte der Dax aber immerhin noch vor der 50-Tage-Linie abgedreht. Sie gilt als Gradmesser für den mittelfristigen Trend.

Experte Altmann sieht nur eine kurzzeitige Beruhigung der Märkte. «Für eine langfristige Ruhe braucht es deutlich mehr», warnte er vor zu hohen Erwartungen. «Die Strasse von Hormus ist weiterhin geschlossen. Und von einem dauerhaften Frieden werden die beiden Konfliktparteien auch im Falle eines Endes der Attacken weit entfernt sein.»

Schon das Ausbleiben neuer Nachrichten aus dem Nahen Osten sorge für eine Stabilisierung, ergänzte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. Dies sei zwar eine «trügerische Ruhe». Doch immerhin sei das «Schreckensszenario der Investoren» von Ölpreisen über der 100-Dollar-Marke zunächst ausgeblieben. Zudem sorgten besser als erwartete Konjunkturdaten aus China für Zuversicht.

Im Fokus stünden ansonsten die Einkaufsmanagerindizes aus Europa und den USA. Die am Mittwoch nach US-Börsenschluss vorgelegten Quartalszahlen des Chipkonzerns Broadcom hätten die Anleger derweil nicht überzeugt.

Im Dax führte die Deutsche Telekom mit einem Kursplus von 1,3 Prozent die Gewinnerliste an. Der aktivistische Investor Elliott habe einen beträchtlichen Anteil aufgebaut und angedeutet, dass die Bonner ihre Pläne für eine Fusion mit der US-Mobilfunktochter T-Mobile US fallen lassen sollten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwochabend unter Berufung auf Kreise.

Stattdessen sollten andere Massnahmen ergriffen werden, um den Wert des Unternehmens für die Aktionäre zu steigern - etwa über eine deutliche Ausweitung der Aktienrückkäufe. Alle Beteiligten hätten die Angelegenheit nicht kommentieren wollen. Für die Titel von T-Mobile US war es in New York am Mittwoch um 2,8 Prozent bergauf gegangen.

Die Aktien der Softwareunternehmen SAP und Teamviewer waren mit Kursgewinnen von 1,2 und 1,6 Prozent ebenfalls gefragt. Sie profitierten von einem nachbörslich euphorisch aufgenommenen Umsatzausblick des US-Cloud-Softwareanbieters Snowflake .

Ansonsten sorgten Analystenaussagen für Kursbewegungen. Die Aktien von MDax-Spitzenreiter Auto1 erholten sich mit plus 3,8 Prozent vom jüngsten Tief seit Mai. Die US-Banken JPMorgan und Goldman Sachs bestätigten in aktuellen Einschätzungen ihre positiven Anlageempfehlungen für den Online-Gebrauchtwagenhändler.

Eine gestrichene Verkaufsempfehlung des Analysehauses Kepler Cheuvreux verhalf dem Schmierstoffhersteller Fuchs zu einem Kursanstieg von 1,9 Prozent./gl/zb

(AWP)