Neuerliche Angriffe des Iran im Krieg mit den USA liessen jedoch die Preise für Öl und Gas wieder steigen und drückten deshalb etwas auf die Stimmung. Hinzu kamen am frühen Nachmittag wieder aggressive Worte von US-Präsident Donald Trump in Richtung Iran. Vorsicht herrscht ausserdem vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend und den nach US-Börsenschluss erwarteten Quartalszahlen grosser US-Technologiefirmen.
Der MDax der mittelgrossen Unternehmen stand am Mittwoch zuletzt knapp im Plus bei 32.416 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,5 Prozent.
Bei der zweiten Zinsentscheidung der Fed unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh rechnen die meisten Beobachter erneut nicht mit einer Änderung beim Leitzins, sodass dieser zum fünften Mal in Folge in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent bleiben dürfte. Die Diskussion über eine mögliche Zinserhöhung hat zuletzt aber wieder zugenommen. Der Iran-Krieg sorgt weiter für grosse Verunsicherung.
Quartalszahlen von Rheinmetall überzeugten am Nachmittag die Anleger. Die Düsseldorfer steigerten Umsatz und operativen Gewinn dank des Rüstungsbooms deutlich. Der Aktienkurs zog an der Dax-Spitze um 5,5 Prozent an und löst sich damit weiter aus dem Abwärtstrend seit dem Jahreshoch im Januar.
Die Deutsche Bank erzielte im zweiten Quartal dank ihrer Investmentbank überraschend einen Gewinn auf Rekordniveau. Anleger zeigten sich erfreut: Die Aktien gewannen 3,2 Prozent.
Der Energiekonzern RWE blickt nach einem unerwartet gut verlaufenen Halbjahr positiver auf 2026 und 2027. Die Aktien gewannen 2,4 Prozent. BASF legten nach detaillierten Quartalszahlen um 4,3 Prozent zu. Der Chemiekonzern startet zudem ein neues Aktienrückkaufprogramm.
Die Anteile des Medizintechnik-Unternehmens Siemens Healthineers reagierten mit plus 3,5 Prozent auf besser als erwartet ausgefallene Zahlen des US-Konkurrenten GE Healthcare .
Ein Festhalten an den Jahresprognosen schien im MDax die Anleger von Auto1 zu irritieren. Die Papiere des Internet-Gebrauchtwagenhändlers brachen um 8,8 Prozent ein. Die Eckdaten für das zweite Quartal seien gut, so die Analysten von Jefferies. Deshalb dürfte man sich fragen, warum das Management an den Zielen für 2026 nichts geändert habe.
Der Windturbinen-Hersteller Nordex verdiente im zweiten Quartal überraschend viel und bestätigte die Prognose. Die Aktien gewannen 6,3 Prozent.
Im SDax schnellten Shelly Group um rund 11 Prozent hoch. Grund ist ein Interesse des Elektrotechnikkonzerns Schneider Electric an dem Unternehmen. Es liefen vorläufige Gespräche mit den Franzosen über ein mögliches Kaufangebot, teilte Shelly mit.
Nach unten um fast 10 Prozent ging es in dem Nebenwerteindex für die Titel des Spezialpharma-Unternehmens Medios , das nach einem durchwachsenen Halbjahr mit weniger Gewinn im laufenden Jahr rechnet./ajx/mis
(AWP)

