Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent liess am Mittwoch die Marke von 100 US-Dollar hinter sich. Er stieg in diesem Jahr um 64 Prozent. Raffinierte Produkte wie Diesel legten noch stärker zu, da sich der Konflikt im Nahen Osten bis ins Rote Meer nahe Saudi-Arabien ausgeweitet hat. Die europäischen Erdgaspreise stiegen den vierten Handelstag in Folge.
Die Investoren fürchteten weitere Störungen der Ölproduktion und -transporte und preisten folglich höhere Energiepreise für längere Zeit ein, schrieb Stratege Jim Reid von der Deutschen Bank. «Die Skepsis nimmt zu, dass die Ölpreise in den kommenden Monaten deutlich zurückgehen».
Die Marktteilnehmer dürften sich aber auch mit Blick auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag mit Aktienkäufen zurückhalten. Erwartet wird die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr.
Der MDax der mittelgrossen Börsentitel fiel am Mittwoch um 1,4 Prozent auf 32.090 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor mit gut zwei Prozent noch deutlicher.
Mit Blick auf Einzelwerte ist die Nachrichtenlage dünn. Die Deutsche Börse will eine Wandelanleihe über 600 Millionen Euro ausgeben. Damit sollen allgemeine Unternehmenszwecke und Verbindlichkeiten finanziert werden. Die Aktien des Börsenbetreibers verloren 2,5 Prozent.
Eine Abstufung der Beiersdorf -Aktien von «Halten» auf «Verkaufen» durch die Deutsche Bank liess diese um 1,9 Prozent nachgeben.
Die Papiere von SAP gewannen gegen den schwachen Börsentrend 2,2 Prozent. Sie waren am Vortag unter Druck geraten. Auslöser waren neu aufgekommene Sorgen an der Wall Street über die Konkurrenz von Künstlicher Intelligenz für die Software-Branche.
Nicht gefragt waren am Mittwoch andere Aktien aus dem Technologiesektor. So büssten Infineon , Aixtron , Jenoptik und PVA Tepla zwischen 2,7 und 4,3 Prozent ein./bek/jha/
--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---
(AWP)

