Die aktuelle Handelswoche könnte wichtige Weichen für die nächsten Kursbewegungen stellen, schrieb Marktanalyst Salah-Eddine Bouhmidi vom Handelshaus IG. Mit den Quartalszahlen von Alphabet und Microsoft am Mittwoch sowie Amazon am Donnerstag erreiche die Berichtssaison der Unternehmen einen Höhepunkt.
Zudem stehen einige geldpolitische Entscheidungen an: Am Mittwoch jene der US-Notenbank Fed, gefolgt von der Europäischen Zentralbank am Donnerstag und der Bank of Japan am Freitag. «Damit treffen innerhalb weniger Tage Unternehmenszahlen auf neue Signale zum künftigen Zinskurs. Diese Kombination hat das Potenzial, die Risikobereitschaft der Anleger deutlich zu verändern», so Bouhmidi.
Derweil lieferten die jüngsten Quartalszahlen grosser europäischer Konsumgüterkonzerne wenig Anlass zur Zuversicht, schrieb Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst des Handelshauses CMC Markets. Die Ergebnisse von Nestle , Reckitt und Beiersdorf zeigten, dass die Verbraucher ihr Kaufverhalten zunehmend an die gestiegenen Lebenshaltungskosten anpassten.
Die Aktien von Beiersdorf rutschten um 3,3 Prozent ab. Ein Börsianer wertete das Geschäft der Sparte Tesa als Enttäuschung.
Mercedes-Benz hatte wegen der Krise in China und hoher Kosten seine Gewinnpläne für das laufende Jahr gestutzt. Neben einem zunehmend herausfordernden Umfeld in China erwartet der Autobauer auch höhere Kosten im vierten Quartal, unter anderem für Material. Die Papiere verloren als Dax-Schlusslicht fast vier Prozent.
Am MDax-Ende wurden die Titel von Suss Microtec mit einem Kursabschlag von 4 Prozent für ihre gesenkten Jahresziele abgestraft. Zwischenzeitlich waren die Papiere des Anlagenbauers für die Chipindustrie bis um 13 Prozent auf das tiefste Niveau seit März eingebrochen und hatten seit dem Rekordhoch im Juni rund 60 Prozent eingebüsst.
Die Papiere von Porsche AG hingegen reagierten mit einem Kursplus von fast vier Prozent auf Quartalszahlen des Sportwagenbauers. Die Stuttgarter hätten ein insgesamt ordentliches Quartal hinter sich, das die zum Vorjahr gestiegene Dynamik bestätige, kommentierte Analyst Jose Asumendi von der US-Bank JPMorgan.
Die Anteilscheine von Flatexdegiro bauten ihre jüngste Kurserholung um mehr als fünf Prozent aus. Zuvor hatte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht die zusätzliche Eigenmittelanforderung für den Online-Broker von 2,50 Prozent auf 1,50 Prozent gesenkt.
Der IT-Dienstleister Cancom hatte wegen der weiter anhaltenden Kaufzurückhaltung seine Umsatzzielspanne für 2026 gesenkt. Der Aktienkurs sackte am Ende des Nebenwerteindex SDax um sechs Prozent ab.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,79 Prozent auf 6.164,69 Punkte. Der Schweizer SMI legte weniger deutlich zu, während der FTSE 100 nachgab. In London hatten enttäuschende Quartalsberichte der Bank HSBC und von Reckitt belastet. Der Dow Jones Industrial bewegte sich zum europäischen Handelsschluss kaum vom Fleck./la/he
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
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