Ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent hat sich der runden Marke von 100 US-Dollar angenähert. Auch der Preis für die US-Ölsorte WTI und der europäische Gaspreis legten zu. Händler begründeten den weiteren Anstieg unter anderem mit Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien. Das grösste Ölförderland in der Golfregion stoppte daraufhin die Produktion in einigen Anlagen nahe der Grenze zum Jemen.
Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten halte die Inflationssorgen am Leben, schrieb Jürgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets. Das dürfte dafür sorgen, dass höhere Zinsen für längere Zeit eingepreist werden. «Der Ölpreis bleibt damit das Fieberthermometer der Aktienmärkte», so der Marktexperte.
Der MDax der mittelgrossen Unternehmen legte um 0,43 Prozent auf 32.544,30 Punkte zu. Hier halfen die Kursgewinne von Indexschwergewichten wie Porsche AG oder DWS .
Bei den Einzelwerten sorgten Kommentare von Analysten für Bewegung: Fresenius-Aktien setzten sich mit einem Kursplus von 3,2 Prozent an die Spitze des Dax. Die Grossbank UBS hatte die Aktien des Medizin- und Krankenhauskonzerns weiterhin zum Kauf empfohlen. Analyst Graham Doyle hält die Sorgen um das US-Geschäft mit dem wichtigen Biosimilar Tyenne für völlig überzogen.
Papiere von Infineon büssten nach einer Abstufung durch die US-Bank Morgan Stanley fast vier Prozent ein. Damit rutschen sie ans Dax-Ende. Bei dem Chip-Hersteller sehen die Experten zunächst kaum noch Auftrieb für die Markterwartungen, auch wenn die strukturelle Chance durch Chips für KI-Rechenzentren grundsätzlich reizvoll bleibe.
Eine Kaufempfehlung der US-Bank Citigroup für die Aktien von Kion verhalf diesen zu einem Plus von 6,8 Prozent. Kion war damit grösster Gewinner im MDax. Analyst Martin Wilkie ist bei dem Gabelstaplerhersteller optimistisch hinsichtlich Künstlicher Intelligenz in der Lagerautomatisierung.
Anteile der DWS gewannen 2,8 Prozent, angetrieben von einem Kaufvotum der US-Bank Jefferies. Die deutsche Altersvorsorge-Reform bringe dem Fondsanbieter zusätzliches mittelfristiges Chancenpotenzial, schrieb Laura Gris Trillo. Neben der Rentenreform vergrösserten auch ETF-Sparpläne und das 500-Milliarden-Euro-Infrastrukturprogramm den inländischen Gebührenpool. Derweil tritt die Fondstochter der Deutschen Bank künftig weltweit unter der neuen Dachmarke «Deutsche Asset Management» auf. Vorstandschef Stefan Hoops begründete den Schritt mit den internationalen Ambitionen des Unternehmens.
Unter den kleineren Titeln im SDax fielen Hornbach Holding mit einem Kurssprung von 6,5 Prozent auf. Der Baumarktkonzern hatte im zweiten Geschäftsquartal eine robuste Nachfrage verzeichnet.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,14 Prozent höher bei 6.413,17 Punkten. Ausserhalb der Eurozone ging es an der Züricher Börse um 1,6 Prozent abwärts; dort belastete ein erneuter Kursrutsch bei den Aktien des Schwergewichtes Novartis aus der Pharmabranche. Der Londoner FTSE 100 gab leicht nach. In New York fiel der Dow Jones Industrial nach dem Feiertag am Montag um gut ein Prozent./la/nas
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
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