Der Dax scheiterte im Tagesverlauf einmal mehr an der Hürde von 26.000 Punkten. Er stand am Ende 0,45 Prozent tiefer bei 25.864,62 Punkten. Kursverluste beim Schwergewicht SAP waren in einem schwachen Software-Sektorumfeld ein bedeutender Einflussfaktor für den Leitindex. Der MDax sank um 0,36 Prozent auf 30.743,36 Zähler.
Anleger hielten sich auch zurück in Anbetracht der Zwischenwahlen, die am Dienstag in den USA begannen. In vielen Bundesstaaten an der Ostküste öffneten zuerst die Wahllokale, doch Ergebnisse dürften nach mitteleuropäischer Zeit erst in der Nacht zum Mittwoch bekannt werden. «Amerika wählt, und die Börse schaut genau hin, wie viel politischen Spielraum Donald Trump nach den Kongresswahlen noch hat», sagte dazu der Experte Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets.
Apple hatte im vergangenen Quartal mit seinem iPhone-Geschäft die Markterwartungen übertroffen, doch teure Speicherchips werden den iPhone-Hersteller wohl im Weihnachtsgeschäft treffen. Während dies die Apple-Aktien in New York mit 2,5 Prozent belastete, konnten unter den deutschen KI-Werten zumindest Infineon und Hochtief etwas zulegen.
SAP-Aktien verloren hingegen 1,8 Prozent an Wert. Ein Kurseinbruch um 27 Prozent bei Teamviewer belastete den Sektor, was auch bei Nemetschek im MDax spürbar wurde. Der Anbieter von Fernwartungssoftware rechnet wegen verzögerter Vertragsabschlüsse und wirtschaftlicher Unsicherheiten in diesem Jahr nicht mehr mit einem Umsatzwachstum. MWB Research gab prompt die bisherige Kaufempfehlung für Teamviewer auf.
Im Dax veröffentlichten am Dienstag Bayer , Zalando und Fresenius Medical Care (FMC) ihre Quartalszahlen - mit sehr unterschiedlichem Ergebnis. Den Anteilen von Bayer verhalfen diese mit einem Anstieg um 3,6 Prozent auf die Dax-Spitze. Ein starkes Pharmageschäft stimmte den Pharma- und Agrarchemiekonzern optimistischer.
Das Schlusslicht im Dax war Zalando mit minus 6,3 Prozent. Analysten bemängelten die Bruttomarge im abgelaufenen Quartal. Nach einer starken Erholung im Oktober setzten bei dem Online-Händler Gewinnmitnahmen ein. Titel von FMC waren zuletzt auch gut gelaufen, wurden nun aber unter Schwankungen auch mit 3,6 Prozent zu einem Verlierer. Der neue Konzernchef Shervin Korangy schraubte die Ergebnisziele seiner Vorgängerin Helen Giza für das Gesamtjahr zurück.
Im Luftfahrtsektor verzeichneten die Aktien des Triebwerkherstellers MTU Kurseinbussen von 3,1 Prozent, nachdem die Bank of America wegen gesehener Gewinnrisiken die Kaufempfehlung gestrichen hatte. Lichtblick sei die gute Barmittelentwicklung, schrieb der Experte Benjamin Heelan. Diese sei allerdings am Markt inzwischen bereits ziemlich gut verstanden worden.
Aktien der Lufthansa gewannen nach Quartalszahlen fast vier Prozent. In dem angespannten Ölpreisumfeld punktete die Fluggesellschaft trotz einer nach unten eingeengten Gewinnprognose mit der Aussage, dass die Ticketpreise im nächsten Jahr deutlich steigen werden. Analyst Harry Gowers von JPMorgan erwähnte positiv, dass die von einigen befürchtete Senkung der Zielspanne für das operative Ergebnis ausblieb.
Auf europäischer Bühne schloss der EuroStoxx 50 0,51 Prozent niedriger bei 6.144,56 Punkten. Ausserhalb der Eurozone lag der Schweizer SMI am Ende mit 0,4 Prozent im Minus, während der Londoner FTSE 100 belastet von Rohstoffwerten um 1,1 Prozent abrutschte. In New York gab der Dow Jones Industrial zwar um zuletzt 0,4 Prozent nach, der Nasdaq 100 erholte sich dort aber um 0,7 Prozent./tih/zb
(AWP)

