Mit einem Minus von 1,07 Prozent auf 25.371,75 Punkte ging der deutsche Leitindex aus dem Handel, nachdem er am Vortag noch den höchsten Stand seit vier Wochen erreicht hatte. Dabei fiel der Dax zudem wieder unter wichtige mittelfristige Trendlinien. Der MDax mit den mittelgrossen Werten beendete den Tag mit minus 1,84 Prozent auf 30.085,87 Zähler.

Ähnlich sah es in der Euroregion aus. Der EuroStoxx 50 büsste 1,94 Prozent auf 6.087,01 Punkte ein. Die Verluste an der Londoner Börse fielen gering aus, während der Schweizer Leitindex SMI nahezu unverändert schloss.

«Die Quartalsberichte von Tesla , Meta , IBM und SAP reichen nicht aus, um das Vertrauen in den Technologiesektor und hier insbesondere in den Chip-Sektor zu festigen», schrieben die Autoren im «Bernecker Daily». Die positiven Nachrichten vom Raumfahrt- und KI-Konzern SpaceX am Vortag, der im vergangenen Quartal einen Milliardengewinn erwirtschaftet hatte, scheinen bereits wieder vergessen.

Laut «Bernecker Daily» belastet besonders, dass der Elektroautobauer und Roboterspezialist Tesla nicht mehr ganz so viel investieren will wie zuvor angekündigt. Marktbeobachter Stephen Innes sieht das Trendthema Künstliche Intelligenz (KI) in einer schwierigen Phase zwischen technologischer Validierung und finanziellem Erfolg. Dabei verwies er auf den Meta-Konzern, der zwar stark wachse, aber auch klargemacht habe, dass der nächste Schub viel Geld kosten werde.

Besonders kräftig ging es im Dax für die sogenannten KI-Profiteure abwärts: Siemens und Hochtief verloren jeweils mehr als 4 Prozent. Infineon gaben um 6,0 Prozent nach und Siemens Energy um 8,6 Prozent.

Die SAP-Aktie schloss nach einem Auf und Ab mit plus 3,2 Prozent auf dem höchsten Stand seit Januar und war zudem zweitstärkster Wert im Dax. Es waren wohl vor allem die zahlreichen positiven Analystenkommentare samt teils deutlichen Kurszielanhebungen, die den Anlegern letztlich neuen Mut einflössten. Denn Europas grösster Softwarekonzern hatte im dritten Quartal ergebnisseitig positiv überrascht und auch mehr Cloudverträge abgeschlossen als von Experten erwartet. Zugleich aber hatte Finanzchef Dominik Asam angesichts des mauen wirtschaftlichen Umfeldes auf Risiken hingewiesen.

Gefragt waren obendrein Laborausrüster. Qiagen gewannen an der Dax-Spitze 4,9 Prozent auf etwas unter 45 Euro. Der schwedische Finanzinvestor EQT macht gemeinsam mit zwei Staats- und Pensionsfonds Ernst mit einer Offerte. Der schon lange von Übernahmedebatten getriebene Kurs nähert sich zunehmend dem gebotenen Preis von 46,50 Euro.

Für die Vorzugsaktie von Sartorius ging es nach starken Neunmonatszahlen im MDax um 4,8 Prozent nach oben. Vor allem das Laborgeschäft war der Treiber. Entsprechend wurde das Management für diese Sparte auf das Gesamtjahr gesehen etwas optimistischer.

Krones verloren 3,0 Prozent, hatten zeitweise wegen gekürzter Prognosen des Getränkeabfüllanlagen-Herstellers fast neun Prozent eingebüsst. Der erst seit Juni amtierende Chef Thomas Ricker stutzte nicht nur die Umsatzprognose für das laufende Jahr, sondern auch die mittelfristigen Ziele für den Erlös und die Marge./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

(AWP)