Über die Ziellinie ging der Dax 0,59 Prozent höher bei 26.136,56 Punkten, wodurch er sein Wochenminus auf 1,2 Prozent reduzieren konnte. Weil sich der deutsche Leitindex derzeit über der 21-Tage-Indikatorlinie hält, bleibt der kurzfristige Aufwärtstrend aus technischer Sicht intakt. Der MDax mit den mittelgrossen deutschen Unternehmen verbuchte am Freitag eine Erholung um 1,25 Prozent auf 32.110,41 Punkte.

Laut dem Helaba-Experten Markus Reinwand sind die Anleger derzeit «noch immer damit beschäftigt, ihre Portfolios neu auszurichten». In einem globalen Industriezyklus, der sich derzeit verbessere, rechnet die hessisch-thüringische Landesbank aber zeitnah mit weiterem Rückenwind am Aktienmarkt. Bis Ende des Jahres sieht sie den Dax nun bei 27.000 Punkten.

Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners schränkte am Freitag die Bedeutung der jüngsten Abwärtsbewegung auch mit einem saisonal nur sehr geringen Handelsvolumen ein. Er sprach von einem «Abwarte-Markt», bei dem zuletzt «sehr wenige Verkäufer auf noch weniger Käufer» getroffen seien.

Unternehmensseitig standen vor dem Wochenende einige Nachzügler der Berichtssaison im Fokus. Ein getrübter Geschäftsausblick brockte Fielmann einen Kursrutsch von 6,6 Prozent ein. Zeitweise sackten die Aktien auf ein Tief seit dem Frühjahr 2023 ab. Die Optikerkette musste wegen der anhaltend mauen Konsumstimmung in Deutschland ihre Jahresziele nach unten schrauben.

Der Eventvermarkter CTS Eventim sorgte nur Anfangs mit seinen Geschäftszahlen für Verstimmung, die Aktien fingen sich am Tief seit Anfang Juli und drehten mit 2,6 Prozent ins Plus. Kritisch gesehen wurde zunächst die Marge im Ticketgeschäft. Lara Simpson von der US-Bank JPMorgan konstatierte aber eine intakte Geschäftsdynamik. Hoffnung legen Analysten in einen Kapitalmarkttag im November.

Beim Dialyseanbieter FMC sorgte die Meldung, dass der Medizinkonzern Fresenius seinen Anteil weiter reduziert hat, für einen Kursrückgang um 1,8 Prozent. FMC-Aktien im Wert von rund 300 Millionen Euro wurden an ausgewählte institutionelle Investoren verkauft. Fresenius dagegen ging im Plus aus dem Handel.

Impulse aus China halfen europaweit den zuletzt schwächelnden Rohstoffwerten . Die Titel des Kupferkonzerns Aurubis -Titel legten vier Prozent zu, aber noch mehr waren Stahlwerte gefragt. Im MDax wurden Thyssenkrupp und Salzgitter mit Kurssprüngen um 5,6 respektive 8,2 Prozent zu einer wichtigen Stütze.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg plant die chinesische Führung, die Konjunktur mit stärkeren Finanzhilfen anzukurbeln. Damit will sie auf schwächere Wirtschaftsdaten im Juli reagieren. Für Thyssenkrupp hob der Citigroup-Experte Ephrem Ravi zudem sein Kursziel deutlich auf 20 Euro an. Aktuell ist unter Analysten keine höhere Zielmarke bekannt.

Auf europäischer Ebene gewann der EuroStoxx 50 0,63 Prozent auf 6.462,22 Punkte. Auch ausserhalb der Eurozone legten die Leitbörsen in Zürich und London zu. An der New Yorker Wall Street konnte der Dow Jones Industrial sein Plus zuletzt auf 0,9 Prozent ausbauen. Der technologielastige Nasdaq 100 war dem dann auch in die Gewinnzone gefolgt./tih/nas

(AWP)