«SpaceX scheint genau das geliefert zu haben, wonach der Markt gesucht hat: den Beweis, dass die Nachfrage im Bereich der KI nach wie vor sehr real ist», sagte Simon Wiersma, Chef-Anlagestratege bei der niederländischen Bank ING.
Der am Dienstag starke Leitindex Dow Jones Industrial notierte am Mittwoch prozentual unverändert bei 52.496 Punkten. Der marktbreite S&P 500 legte um 0,20 Prozent auf 7.728 Punkte zu.
Der positiv aufgenommene Quartalsbericht und Fusionsüberlegungen bescherten den Aktien von SpaceX einen Kurssprung von rund 10 Prozent. Am Vortag nach US-Börsenschluss hatte der Konzern berichtet, dass nach einer langen Durststrecke im vergangenen Quartal ein Milliardengewinn erwirtschaftet wurde. Hinzu kam eine überraschend deutliche Umsatzsteigerung.
«Das hat die Stimmung nicht nur gegenüber SpaceX selbst, sondern auch gegenüber dem gesamten KI-Ökosystem verbessert», so Experte Wiersma. Jüngst noch hatten KI-Aktien einen schweren Stand. Marktteilnehmer fragten sich, ob sich die immensen Investitionen im KI-Bereich letztlich auszahlen können.
SpaceX-Chef Elon Musk bestätigte zudem Überlegungen für einen Zusammenschluss von SpaceX mit dem ebenfalls von ihm geführten Elektroautobauer und Batteriehersteller Tesla , dessen Aktienkurs zuletzt um mehr als 3 Prozent anzog.
Tesla legt an diesem Mittwoch nachbörslich Quartalszahlen vor. Auch der Social-Media-Riese Meta sowie der Chiphersteller Texas Instruments und das IT-Unternehmen IBM öffnen dann ihre Bücher.
Die strategische Logik einer SpaceX-Tesla-Transaktion bleibt nach Einschätzung von JPMorgan-Analyst Rajat Gupta schlüssig. An dem gemeinsamen Unternehmen könnte Musk anschliessend mehr als 50 Prozent halten. Die entscheidenden Hürden seien die Zustimmung der übrigen Tesla-Aktionäre und der Wettbewerbsbehörden. Letztere dürfte - entgegen den Aussagen von Musk - das grössere Hindernis sein, glaubt Gupta.
Die Titel von Supermicro gewannen am Mittwoch 11 Prozent. Dank der hohen Nachfrage aus der KI-Branche legte der Computer- und Serverhersteller ebenfalls starke Quartalszahlen vor.
Dagegen litten Netflix unter einem Kursrutsch von 5 Prozent. Der Streamingdienst hatte für das vergangene Quartal das schwächste Wachstum seit Jahren ausgewiesen.
Die Aktien des Telekomkonzerns AT&T büssten nach Geschäftszahlen 6 Prozent ein. Das Unternehmen hatte für das dritte Quartal weniger Mobilfunkkunden gemeldet als von Analysten erwartet, was den harten Wettbewerb auf dem Markt widerspiegelt - auch angesichts des möglichen Markteintritts von SpaceX.
Die Papiere von Abbott Laboratories verloren 2,6 Prozent. Das Gesundheits- und Medizintechnikunternehmen hatte im vergangenen Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet./ajx/he
(AWP)

