Zwei Stunden vor Schluss gab der Dow Jones Industrial um ein halbes Prozent auf 52.499 Punkte nach. Der Leitindex der Wall Street erreichte sein niedrigstes Niveau seit Ende Juli. Für den breiter aufgestellten S&P 500 ging es um 0,4 Prozent auf 7.647 Punkte bergab. Wie schon am Vortag zeigte sich der technologielastige Nasdaq 100 etwas robuster. Mit 29.453 Punkten lag er zuletzt aber auch mit 0,2 Prozent im Minus.

Meta profitierte an der Nasdaq mit einem Kurssprung um 6,4 Prozent von frischer Fantasie, dass der Facebook-Mutterkonzern mit dem vorgestellten KI-Agenten «Muse» künftig auch Nutzniesser vom KI-Megatrend sein könnte. Dies trieb mit Marvell Technology , AMD , Sandisk und Micron auch andere KI-Profiteure an, die vermehrt aus den Chip- und Speicherbereichen kamen.

Der Meta-Agent geht in Konkurrenz zu ChatGPT von OpenAI und Gemini vom Google-Mutterkonzern Alphabet , dessen Kurs unter der drohenden Konkurrenz mit mehr als zwei Prozent litt. Meta sei gut positioniert, um mit seinem Agenten Erfolge zu feiern, hiess es am Markt in ersten Stimmen. Ein Experte von Mizuho Securities schrieb, Investoren wollten sehen, dass sich die KI-Investitionen lohnen. Dies sei jetzt «ein wesentlicher Schritt in diese Richtung».

Gefragt waren auch US-Ölwerte wie Chevron oder ExxonMobil , weil die Ölpreise am Mittwoch angesichts neuer gegenseitiger Angriffe am persischen Golf weiter zulegten. Ein Fass Rohöl der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im November kostete erstmals seit Juli wieder mehr als 100 US-Dollar.

Experten glauben, dass der am Donnerstag anstehende EZB-Zinsentscheid und die am Freitag erwarteten US-Inflationsdaten wegen der Ölpreise in ihrer Bedeutung noch brisanter werden. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) geht der Markt fest von einer Zinserhöhung aus. Wenn die Fed im September entscheidet, liegt die Markterwartung einer Straffung derzeit bei etwa 60 Prozent.

Unter den amerikanischen Nebenwerten gab es einige grössere Kursausschläge nach unten. So sackten die Aktien der Tankstellen- und Mini-Markt-Kette Casey's um 15 Prozent ab. Am Markt gab es kritische Stimmen zum Absatzvolumen, da nur höhere Kraftstoffmargen ein Gewinnwachstum ermöglicht hätten. Die Jahresprognosen wurden lediglich bestätigt.

Noch schlimmer erging es aber den Anlegern von ServiceTitan mit einem Kurseinbruch um 30 Prozent. Das Softwareunternehmen gab eine Umsatzprognose für das laufende Quartal ab, die die Anleger enttäuschte. In ersten Stimmen dazu hiess es, die Skalierung eines KI-Agenten verlangsame sich./tih/nas

(AWP)