Der Dow Jones Industrial konnte seine Serie von zuletzt vier Verlusttagen unterbrechen. Der US-Leitindex, der stärker auf Standardwerte fokussiert ist, ging 0,98 Prozent höher bei 52.573,29 Punkten über die Ziellinie. Trotz der Erholung zum Ende einer nervösen Börsenwoche verbleibt ihm ein Wochenminus von 1,6 Prozent. Am Vortag war er knapp unter 52.000 Punkten auf dem niedrigsten Stand seit Ende Juli angekommen.

Dem marktbreiten S&P 500 gelang am Freitag ein 0,86 Prozent hoher Anstieg auf 7.656,98 Zähler. Ausserdem erholte sich der technologielastige Nasdaq 100 um 0,91 Prozent auf 29.368,44 Punkte. Unter den «Magnificent 7» schlossen fast alle Tech-Schwergewichte im Plus.

Die Inflation in den USA hat sich im August nicht verändert und damit die Erwartungen erfüllt. Im Jahresvergleich sind die Verbraucherpreise um 3,4 Prozent gestiegen. Da dies deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel liegt, sehen viele Fachleute in ersten Kommentaren die Erwartung untermauert, dass die US-Notenbank Fed in der kommenden Woche ihren Leitzins anheben wird.

Auf Unternehmensseite kamen unterschiedliche Nachrichten aus dem Softwaresektor, die Schwankungen zur Folge hatten. Adobe litt anfänglich unter einem enttäuschenden Umsatzausblick, konnte aber mit 1,4 Prozent ins Plus drehen. Die Aktie war zuletzt schlecht gelaufen und so nahmen es die Anleger hin, dass die vorsichtige Umsatzprognose Fragen aufwirft, wie sich der Konzern im Wettbewerb behaupten kann.

Bei Oracle war die Tendenz genau umgekehrt: Nach einem ersten Spitzenanstieg um acht Prozent sackte der Kurs mit 1,7 Prozent ins Minus. Das Unternehmen hat im ersten Geschäftsquartal zwar kräftig von der Nachfrage nach KI-Infrastruktur profitiert. Wie schon in den Tagen zuvor, entwickelten die Anleger einen gewissen Respekt vor einer zwischenzeitlichen Erholung, die die Aktien bis Anfang der Woche verzeichnet hatten.

Die beiden Software-Aktien konnten mit ihren Schwankungen das Gesamtbild im Technologiesektor nicht richtig beeinflussen. Dieses war eher geprägt von einigen Chipwerten, die sich von ihren Vortagsverlusten erholten. Ausserdem legten die Tech-Schwergewichte Alphabet , Amazon und Apple relativ deutlich um bis zu zwei Prozent zu.

Besonders starke Gewinne verbuchten dieses Mal im KI-Bereich Hardware- und Serveraktien. Jene von HP Inc , HP Enterprise und Dell schossen um bis zu 12 Prozent in die Höhe. Händlern zufolge wirkten die Worte des Dell-Chefs auf einer Investorenkonferenz vom Mittwoch zum Server-Absatz positiv nach. Der RBC-Analyst David Paige nahm Dell ausserdem positiv in die Bewertung auf - mit der Nachfrage nach KI-Infrastruktur als Kernargument.

Schwankungen gab es auch im Nebenwertebereich: Die Anteilsscheine von Kroger starteten erst schwach in den Handel, weil der Einzelhändler im Zuge vorgelegter Quartalszahlen seine Umsatzprognose gesenkt hat. Nach einer Annäherung an das bisherige Tief seit zwei Jahren fassten sich Anleger aber schnell ein Herz. Der Kurs drehte mit 2,7 Prozent ins Plus.

Ein Gesprächsthema lieferte auch eine Übernahme: Die Aktien von ACV Auctions machten einen Satz nach oben um 44 Prozent wegen einer Offerte des Fahrzeugauktions-Konkurrenten Copart . Dessen Aktien waren zwar freundlich gestartet, aber dann mit 2,6 Prozent ins Minus gedreht./tih/nas

(AWP)