Der Leitindex Dow Jones Industrial verabschiedete sich 0,30 Prozent fester mit 53.577,40 Punkten aus dem Handel. Damit knüpfte er an seine moderaten Vortagsgewinne an.

Für den marktbreiten S&P 500 ging es letztlich um 0,32 Prozent auf 7.677,28 Punkte hoch. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 gewann 0,64 Prozent auf 29.209,23 Zähler. Zum Wochenstart hatten beide Indizes noch nachgegeben - insbesondere das Tech-Börsenbarometer, welches nun vom starken Chipsektor profitierte.

Die Ölpreise weiteten trotz der Drohung von US-Wirtschaftssanktionen gegen den Iran ihre anfänglichen Verluste kräftig aus. Eine mit Spannung erwartete Rede des US-Finanzministers Scott Bessent hatte am Montagabend keine konkreten Massnahmen erwähnt, mit denen die USA Teheran stärker unter Druck setzen wollen. Zuvor hatte Washington von einem «Wirtschaftskrieg» gegen das Land gesprochen und damit gedroht, den Iran komplett von der Weltwirtschaft zu isolieren.

«Die von US-Präsident Donald Trump grossspurig angekündigten weitreichenden Sanktionen gegen den Iran blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück», kommentierte Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank. Vielmehr habe Bessent auf die Verkündung von Sekundärsanktionen gegen Käufer von iranischem Öl verzichtet. Diese stünden lediglich weiter als Drohung im Raum.

Die Aktien des Chipriesen Nvidia beendeten mit einem Anstieg um 2,2 Prozent eine mehrtägige Verlustserie. Das wertvollste Börsenunternehmen der Welt gilt als wichtiger Gradmesser für den Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI). Nvidia mache derzeit alles richtig, und die Geschäfte liefen auf Hochtouren, sagte Mark Malek, der das Portfoliomanagement beim Finanzdienstleister Siebert leitet. Daher rechne er ebenso wie der Markt am Mittwoch mit guten Nachrichten. Der Experte warnte indes auch vor dem Rückschlagpotenzial im Falle einer Enttäuschung.

Andere Werte aus dem Chipsektor legten am Dienstag teils noch deutlicher zu. So verteuerten sich AMD und Marvell Technology um jeweils knapp 5 Prozent.

Die Aktien von Moderna zeigten sich mit einem Kurssprung von gut 14 Prozent weiter schwankungsanfällig. Sie blieben unter ihrem höchsten Stand seit 2023, den sie vor knapp einer Woche dank einer erfolgreichen klinischen Studie zu einem Melanom-Impfstoff erreicht hatten. Mit dieser begründete Analystin Alexandria Hammond von Wolfe Research die Aufgabe ihres bisherigen, negativen Anlagevotums. Derweil erreichten die Titel des Partners Merck & Co mit deutlichen Kursgewinnen erneut einen Rekord. Sie schlossen an der Dow-Spitze 3,8 Prozent im Plus.

Dagegen brachen die Aktien von Dicks Sporting Goods um 31 Prozent ein. Der Sportartikel-Händler hatte mit der Vorlage von Quartalszahlen seinen Ausblick wegen der schwachen Entwicklung bei der zugekauften Handelskette Foot Locker gesenkt. Im Sog von Dicks büssten die Aktien von Branchenprimus Nike als Dow-Schlusslicht 3,1 Prozent ein./gl/he

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

(AWP)