«SpaceX scheint genau das geliefert zu haben, wonach der Markt gesucht hat: den Beweis, dass die Nachfrage im Bereich der KI nach wie vor sehr real ist», sagte Simon Wiersma, Chef-Anlagestratege bei der niederländischen Bank ING.

Der am Dienstag schon starke Leitindex Dow Jones Industrial zog am Mittwoch um weitere 0,69 Prozent auf 52.856,09 Punkte an. Der marktbreite S&P 500 legte um 0,58 Prozent auf 7.757,17 Punkte zu.

Der positiv aufgenommene Quartalsbericht und Fusionsüberlegungen bescherten den Aktien von SpaceX einen Kurssprung von 7,8 Prozent. Am Vortag nach US-Börsenschluss hatte der Konzern berichtet, dass nach einer langen Durststrecke im vergangenen Quartal ein Milliardengewinn erwirtschaftet wurde. Hinzu kam eine überraschend deutliche Umsatzsteigerung.

«Das hat die Stimmung nicht nur gegenüber SpaceX selbst, sondern auch gegenüber dem gesamten KI-Ökosystem verbessert», so Experte Wiersma. Jüngst noch hatten KI-Aktien einen schweren Stand. Marktteilnehmer fragten sich, ob sich die immensen Investitionen im KI-Bereich letztlich auszahlen können.

SpaceX-Chef Elon Musk bestätigte zudem Überlegungen für einen Zusammenschluss von SpaceX mit dem ebenfalls von ihm geführten Elektroautobauer und Batteriehersteller Tesla , dessen Aktienkurs zum Handelsende 3,4 Prozent höher stand. Nach dem Börsenschluss legte Tesla Quartalszahlen vor. Auch der Social-Media-Riese Meta sowie der Chiphersteller Texas Instruments und das IT-Unternehmen IBM öffneten nach dem Handelsende ihre Bücher.

Die strategische Logik einer SpaceX-Tesla-Transaktion bleibt nach Einschätzung von JPMorgan-Analyst Rajat Gupta schlüssig. An dem gemeinsamen Unternehmen könnte Musk anschliessend mehr als 50 Prozent halten. Die entscheidenden Hürden seien die Zustimmung der übrigen Tesla-Aktionäre und der Wettbewerbsbehörden. Letztere dürfte - entgegen den Aussagen von Musk - das grössere Hindernis sein, glaubt Gupta.

Die Titel von Supermicro gewannen am Mittwoch 9,6 Prozent. Dank der hohen Nachfrage aus der KI-Branche legte der Computer- und Serverhersteller ebenfalls starke Quartalszahlen vor.

Dagegen rutschten die Aktien von Netflix um 5,3 Prozent ab. Der Streamingdienst hatte für das vergangene Quartal das schwächste Wachstum seit Jahren ausgewiesen.

Die Aktien des Telekomkonzerns AT&T büssten nach Geschäftszahlen 6,5 Prozent ein. Das Unternehmen hatte für das dritte Quartal weniger Mobilfunkkunden gemeldet als von Analysten erwartet, was den harten Wettbewerb auf dem Markt widerspiegelt - auch angesichts des möglichen Markteintritts von SpaceX.

United Airlines > prognostizierte für die letzten drei Monate des Jahres ein schwächeres Ergebnis als erwartet. Damit wird deutlich, wie sehr steigende Kerosinpreise an den Gewinnen von Fluggesellschaften zehren, obwohl die Nachfrage nach Reisen stabil bleibt. Die Papiere von United legten dennoch um 4 Prozent zu. Zuversichtlich stimmende Aussagen etwa zu den Zielen für die Vorsteuermarge im Jahr 2027 beflügelten neben der allgemeinen Marktstärke den Kurs./ajx/he

(AWP)