Der Nasdaq-100-Index verabschiedete sich 1,29 Prozent höher bei 29.651,44 Punkten aus dem Handel. Laut einem Händler gewinnt die «KI-Dynamik» derzeit mit einer anziehenden Risikobereitschaft wieder an Fahrt. Die Überzeugung für diese Bewegung bleibe vor den Zahlen von Alphabet und Microsoft , die am Mittwoch nach Börsenschluss anstehen, aber noch verhalten.

Der marktbreite S&P 500 folgte der Nasdaq-Börse um 0,60 Prozent nach oben auf 7.722,60 Zähler. Bei Standardwerten blieben die Anleger aber vor dem Zinsentscheid zögerlicher. Der Dow Jones Industrial stieg nur um 0,03 Prozent auf 52.377,57 Punkte. Er wurde vor allem von einem Kursrutsch bei Boeing gebremst.

Der Flugzeughersteller hat in seiner Dauerkrise ein weiteres Verlustquartal verbucht. Dies war aber nicht massgeblich dafür, dass der Kurs nach einer anfangs noch verhaltenen Reaktion um 10,7 Prozent abrutschte. Dafür verantwortlich gemacht wurden enttäuschende Begleitaussagen zu den Auslieferungen und dem längerfristigen Cashflow. Das Hochfahren der Produktion bereitet Boeing weiterhin Probleme.

Als ein weiterer grosser Dow-Verlierer litten die Aktien von Sherwin-Williams mit 2,7 Prozent darunter, dass der Farbenproduzent im dritten Quartal beim Gewinn die Erwartungen der Analysten verfehlte. Die Titel von Coca-Cola büssten ausserdem 1,6 Prozent ein, obwohl der Getränkekonzern starke Resultate vorgelegt und erneut seine Jahresprognose erhöht hatte. Diese Neuigkeiten reichten den Anlegern aber nicht, um das jüngste Rekordhoch wieder anzugreifen.

Im Tech-Sektor ging die Erholung bei Aktien aus dem Chipsektor weiter, die am Vortag eingeleitet wurde. Broadcom gehörte mit vier Prozent Plus nach einer Kaufempfehlung des Analysehauses D.A. Davidson zu den grösseren Gewinnern. Gut für die Stimmung war auch eine erweiterte Partnerschaft zwischen dem Softwareanbieter Oracle und dem KI-Plattformanbieter OpenAI, die die Oracle-Titel mit 3,6 Prozent ins Plus hievte.

Unter den Grössten der Tech-Branche überwogen die Gewinne, allen voran bei Tesla , denn die Titel des Elektroautobauers setzten ihre schwungvolle Erholung in Erwartung einer möglichen Fusion mit SpaceX mit einem Anstieg um 4 Prozent fort. Mit 1,6 Prozent unter Druck blieben die zuletzt von Kapitalmassnahmen belasteten Meta -Papiere - trotz der Erkenntnis, dass die Ausgabe neuer Aktien fünffach überzeichnet war.

Gespannt wird jetzt in der Tech-Branche darauf gewartet, was am Mittwoch Alphabet und Microsoft berichten, gefolgt von Amazon am Donnerstag - drei der weltgrössten Konzerne, die zusammen mehr als zehn Billionen Dollar Marktwert auf die Waage bringen. Am Markt hiess es, es bleibe entscheidend, wie viel Geld sie für KI-Technologie ausgeben und wann sich dies auszahlen werde.

Der Paketdienst UPS überzeugte seine Anleger mit dem Quartalsbericht. Für die Aktien ging es um fast sechs Prozent nach oben und im Schlepptau schaffte es auch Fedex ins Plus. Kurz vor Beginn des lukrativen Feiertagsgeschäft hatte UPS seine Jahresprognosen auf ein überraschend hohes Niveau nach oben geschraubt.

Mit einem Kurssprung um 19 Prozent sorgte ausserdem noch Jetblue Airways für Aufsehen. Die hoch verschuldete Fluggesellschaft hofft, im kommenden Jahr operativ wieder profitabel werden zu können. Für 2028 wurde der Wille bekräftigt, je Aktie einen Gewinn von mindestens 1 US-Dollar und einen positiven Free Cashflow zu erwirtschaften./tih/he

(AWP)