Im Dow Jones Industrial waren die Verluste geringer: Der Leitindex gab zuletzt um 0,17 Prozent auf 53.370 Punkte nach. Der marktbreite S&P 500 , in dem zahlreiche Technologiewerte enthalten sind, büsste 0,57 Prozent auf 7.701 Zähler ein.
Steigende Renditen langlaufender Anleihen auf Mehrjahreshochs und weiter anziehende Ölpreise aufgrund des fortgesetzten Iran-Krieges dämpften die Nachfrage der Anleger nach risikoreichen Anlagen. «Die Lage im Nahen Osten spitzt sich eindeutig wieder zu, und die langfristigen Zinsen steigen - und das sind Faktoren, die letztendlich den Wert von Aktien untergraben», kommentierte Emma Moriarty von CG Asset Management.
Aktien aus dem Bereich Künstlicher Intelligenz (KI), die tags zuvor noch von der KI-Fantasie profitiert hatten, litten unter den steigenden Renditen und letztlich unter Gewinnmitnahmen. So sanken die Titel von Nvidia um gut 2 Prozent. Papiere von Micron , Sandisk Marvell Technology und Applied Materials verbuchten Kursabschläge zwischen 5 und 10 Prozent. Der Philadelphia Semiconductor Index als Gradmesser für den Chipsektor büsste 5,5 Prozent ein.
Der Aufwärtstrend am US-Aktienmarkt ist laut Analyst Andreas Wex von der Commerzbank dennoch intakt. Seine Fortsetzung hänge jedoch zunehmend von einer Kombination aus fortgesetztem Gewinnwachstum, intakter KI-Investitionswelle und einer Stabilisierung des Zinsumfelds ab. Die Risiken lägen derzeit weniger in einer drohenden Rezession als vielmehr in steigenden Zinsen, geopolitischer Eskalation, hohen Energiepreisen, Inflation und einer möglichen Enttäuschung der KI-Ertragsstory, so der Fachmann.
Der Druck im KI-Sektor verschonte auch die Anteile von Caterpillar am Dienstag nicht. Weil immer mehr Rechenzentren gebaut werden und das Unternehmen zudem ein Standbein im Bereich Energietechnik für Rechenzentren hat, ist der Aktienkurs inzwischen abhängiger von der Entwicklung in diesem Bereich. Zuletzt sackten die Caterpillar-Papiere als Schlusslicht im Dow um fast 5 Prozent ab.
Ausserhalb des Techsektors schauten Marktteilnehmer auf die weltgrösste Baumarktkette Home Depot , die im zweiten Quartal besser abgeschnitten hatte als erwartet. Die Aktien legten moderat zu.
Die Papiere von Fabrinet brachen um mehr als ein Fünftel ein. Das Unternehmen für Verfahrenstechnik hatte mit seinen Datacom-Umsätzen enttäuscht.
Die UGI-Aktien verzeichneten einen Anstieg von 11,5 Prozent, nachdem das «Wall Street Journal» berichtet hatte, dass der Erdgas- und Stromversorger ein Übernahmeangebot von KKR in Höhe von rund 9 Milliarden Dollar erhalten habe.
Die am US-Markt notierten Papiere von Baidu fielen um 13 Prozent. Das chinesische KI- und Internetunternehmen hatte einen deutlich geringeren Gewinn im zweiten Quartal gemeldet, der auf schwache Umsätze vor allem im Online-Marketing-Geschäft zurückzuführen war./ajx/he
(AWP)

