Der Ölpreis der Sorte Brent kletterte zwischenzeitlich über 110 Dollar je Fass und damit auf den höchsten Stand seit Mai. Eine angekündigte russische Diesel-Liefervereinbarung vermöge die Sorgen bislang kaum zu dämpfen, solange zugleich weitere Ausfälle von Ölströmen aus dem Nahen Osten befürchtet würden, heisst es am Markt. Zusätzlichen Gegenwind liefern die weiter steigenden Renditen an den Anleihemärkten, wobei Frankreich laut Marktbeobachtern wegen fiskalischer und politischer Risiken ein Brennkpunkt bleibt.

Defensive Werte stützen

Der SMI gewinnt gegen 09.20 Uhr 0,13 Prozent auf 14'387,29 Punkte. Dabei stehen 14 Gewinner sechs Verlierern gegenüber. Der Mid-Cap-Index SMIM büsst dagegen 0,35 Prozent auf 3131,58 Punkte ein, während der breite SPI mit einem kleinen Plus von 0,02 Prozent bei 20'275,73 Punkten notiert.

Klar im Fokus stehen ABB (-5,5 Prozent), die nach Quartalszahlen deutlich unter Druck geraten. Zwar übertraf der Industriekonzern mit seinen Kennzahlen die Erwartungen und passte die Ziele leicht nach oben an. Händler verweisen jedoch auf die derzeit schwache Stimmung im Sektor. Trotz des Rückschlags zählen die Titel im laufenden Jahr weiterhin zu den stärksten Bluechips.

An der Spitze des SMI stehen Alcon (+2,0 Prozent). Rückenwind erhält der Leitindex zudem von den defensiven Schwergewichten Roche (+1,4 Prozent) und Novartis (+0,9 Prozent). Roche profitieren dabei zusätzlich von einer Hochstufung durch Oddo BHF auf «Outperform» und einer deutlichen Kurszielerhöhung. Auch Nestlé (+0,4 Prozent) tragen zur Stabilisierung bei. Bereits in der Vorwoche hatte der SMI dank seiner defensiven Struktur sehr gut abgeschnitten.

Comet trotzt Techschwäche

Im Blick stehen zudem Richemont (+0,2 Prozent) und Swatch (+0,4 Prozent) nach den jüngsten Daten zu den Uhrenexporten. Die Schweizer Uhrenausfuhren beschleunigten sich im September auf ein Plus von 12 Prozent, wobei vor allem die USA stark zulegten, während Grosschina rückläufig blieb.

Schwach zeigen sich vor allem die Technologiewerte. Belastend wirken die negativen Vorgaben aus Asien, wo insbesondere der techlastige Kospi deutlich nachgibt. Entsprechend stehen auch AMS Osram (-5,9 Prozent), VAT (-2,6 Prozent) und Inficon (-2,1 Prozent) kräftig unter Druck. Dem Trend entziehen sich dagegen Comet (+2,3 Prozent). Der Halbleiterzulieferer hat besser als erwartet ausgefallene Zahlen vorgelegt und die Jahresprognose angehoben.

Dagegen notieren Huber+Suhner (-1,0 Prozent) trotz solider Geschäftszahlen im Minus. Der Umsatz legte zu, während der Auftragseingang auf dem hohen Vorjahresniveau verharrte. Beide Kennziffern lagen über den Erwartungen.

Also (-5,5 Prozent) geben derweil einen grossen Teil der kräftigen Vortagesgewinne wieder ab.

an/uh

(AWP)