Die geopolitischen Unwägbarkeiten im Nahen Osten blieben einfach zu gross, «auch weil die gegenseitigen Forderungen der Kriegsparteien eine Lösung weiter erschweren», fasst ein Börsianer zusammen. «Das spiegelte sich bereits im gestrigen Handel durch erneut anziehende Rohölpreise wider.» Der Nahostkonflikt bleibe der grösste Bremsklotz für die globale konjunkturelle Entwicklung in den kommenden Monaten. Zwar deute sich eine Erholung in den grössten Wirtschaftsräumen an, aber diese hänge am seidenen Faden der Energiepreise.
Der SMI gewinnt gegen 09.15 Uhr 0,25 Prozent auf 14'556,85 Punkte. Am Vortag hatte sich der Leitindex nach vier Gewinntagen in Folge eine Verschnaufpause gegönnt. Der Mid-Cap-Index SMIM steigt am Freitagmorgen um 0,31 Prozent auf 3202,67 und der breite SPI um 0,30 Prozent auf 20'507,82 Zähler.
Pharmawerte stützen
Bei den 20 SMI-Werten sind die Verlierer (12) in der Überzahl. Klarer Ausreisser sind mit -8,5 Prozent Amrize. Der auf Baustoffe in Nordamerika spezialisierte Konzern hat im zweiten Quartal 2026 den Umsatz und auch den Gewinn gesteigert. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr wurde leicht erhöht, diejenige für den operativen Gewinn etwas reduziert.
Dem stehen Kursgewinne von 1,9 Prozent auf 371,60 Franken beim Schwergewicht Roche gegenüber. Morgan Stanley hat das Rating auf «Overweight» erhöht und das Kursziel um mehr als ein Drittel auf 410 Franken nach oben geschraubt. Auch Konkurrent Novartis (+0,9 Prozent) gehört zu den Favoriten, während Nestlé (+0,1 Prozent) den Markt stützen.
Allerdings dürften die Unternehmenszahlen im Handelsverlauf dann in den Hintergrund rücken, denn in den USA stehen am Nachmittag die monatlichen Arbeitsmarktdaten auf der Agenda. Sie haben das Potenzial, die Zinserwartungen und das Marktgeschehen zu beeinflussen, auch weil es immer wieder Überraschungen gegenüber der Konsensschätzung gibt.
hr/ra
(AWP)
