Das Grundsentiment an den Märkten wird einmal mehr von Tech-News und Ereignissen im Nahen Osten überlagert: So haben Irans Revolutionsgarden Feuer an mehreren Öltankern in der Region der Strasse von Hormus gemeldet. Mit Blick auf die Tech-Aktien verweist etwa die Onlinebank Swissquote auf die starken Zahlen von Meta. Deren anfängliche Kursgewinne hätten sich aber rasch wieder in Luft aufgelöst. Es scheine, dass selbst starke Resultate die Sorgen der Investoren wegen anderer Krisenherde nicht länger überdecken könnten, so die Bank. Und ein Händler meint dazu, dass die Investoren zunehmend sehen wollten, wie aus hohen Investitionen dauerhaft höhere Gewinne werden. Die reine Wachstumsfantasie trage die Kurse nicht mehr weiter.
Ölpreis steigt auf hohem Niveau weiter
Der Ölpreis hat sich derweil vom Niveau bei rund 110 US-Dollar - um diese Marke pendelt er seit einigen Tagen - nach oben verabschiedet. Mittlerweile wird für ein Fass der Sorte Brent mehr als 112 Dollar verlangt. Notierungen unter 100 Dollar liegen mittlerweile mehr als zwei Wochen zurück. Am Berichtstag wird die Stimmung von neuen Meldungen über Angriffe auf verschiedene Öltanker durch die iranischen Revolutionsgarden sowie einen Angriff auf ein Ölfeld in Saudi-Arabien geprägt.
Der SMI steht um 10.55 Uhr 0,29 Prozent tiefer bei 14'510,09 Punkten. Auf 13 Verlierer kommen 7 Gewinner. Der Mid-Cap-Index SMIM verliert 0,09 Prozent auf 3159,98 Punkte und der SPI 0,28 Prozent auf 20'453,36 Punkte.
Grösster Verlierer im SMI sind ABB (-3,2 Prozent). ABB haben am vergangenen Dienstag zwar viel gelobte Quartalszahlen vorgelegt. Der seit dem Allzeithoch vom Juni andauernde und im Oktober noch beschleunigte Abwärtstrend bleibt aber ungebrochen. In Marktkreisen wird auf die generell vorsichtigere Bewertung von KI-Titeln verwiesen.
Im Zentrum stehen indes jeweils nach Zahlen die Schwergewichte Roche (-0,7 Prozent) und Nestlé (+1,4 Prozent). Der Pharmariese hat mit seinen Neunmonatsumsatzzahlen zwar die Erwartungen erfüllt, insgesamt bot der Abschluss aber kaum Überraschungen. Der Nahrungsmittel-Hersteller hingegen hat die Erwartungen klar geschlagen und dabei insbesondere mit dem internen Realwachstum überzeugt.
Galderma (+5,6 Prozent) wiederum profitieren als dritter SMI-Wert mit einem Quartalabschluss ebenfalls von den Zahlen und liegen derzeit klar an der Spitze aller Blue Chips. Das Dermatologie-Unternehmen hat dank der guten Entwicklung der Verkäufe die Umsatzprognosen für das Gesamtjahr angehoben.
Innerhalb der Top-50-Aktien fallen - ebenfalls jeweils nach Zahlen - Schindler PS mit einem markanten Plus von 7,7 Prozent auf. Sie liegen damit einige Etagen höher als Galenica (unverändert) und Ems-Chemie (-2,4 Prozent), welche gar in den Keller verbannt werden.
Auffallend ist zudem die allgemeine Tech-Schwäche: Sie bringt Logitech (-1,8 Prozent), VAT (-3,2 Prozent) sowie im breiteren Markt AMS Osram (-4,1 Prozent), Comet (-4,0 Prozent), Huber+Suhner (-2,9 Prozent) oder Inficon (-2,9 Prozent) durchwegs klare Verluste.
Im breiten Markt verlieren Forbo (-4,4 Prozent) heute bereits den zweiten Tag in Folge deutlich an Wert. Hintergrund dürfte der Investorentag sein, der am gestrigen Mittwoch in Zürich stattfand und die Analysten nicht restlos zu überzeugen vermochte.
Valiant (-0,8 Prozent) erhalten von der Ernennung einer neuen Chefin kaum nennenswerte Impulse.
cf/cg
(AWP)
