Die hohen Ölpreise und Anleiherenditen, sowie die anhaltenden politischen Sorgen rund um Frankreich bildeten einen Dreiklang, der die Risikobereitschaft der Anleger dämpfe, heisst es in einem Kommentar von Captrader. Von einem Orkan könne zwar noch nicht die Rede sein, zumindest für einen kräftigen Herbststurm würden sich die Zeichen aber mehren.
Ölpreis klettert weiter
Aus dem Nahen Osten kommen mit Meldungen über Tankerbeschüsse im persischen Golf zusätzliche Stimmungsdämpfer. Aber auch Medienberichte zu Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump, wonach statt eines Deals mit dem Iran vielmehr noch vor den Midterm-Wahlen neue Angriffe in Vorbereitung seien, lassen kaum Optimismus auf eine baldige Entspannung aufkommen. Entsprechend befindet sich auch der Ölpreis weiter im Lift nach oben. Mittlerweile notiert das schwarze Gold bei über 104 US-Dollar je Fass der Sorte Brent, noch am Vorabend lag der Preis zeitweise unter 100 Dollar.
Der SMI notiert um 10.55 Uhr um 1,05 Prozent im Minus bei 13'663,43 Punkten. Das Tagestief aus der Startphase lag bei 13'644. Unter den 20 SMI-Einzelwerten sind die Verlierer (18) klar in der Überzahl. Der Mid-Cap-Index SMIM - ohne die Schwergewichte - büsst 0,35 Prozent auf 3040,19 Punkte ein und der breite SPI 0,92 Prozent auf 19'375,28 Punkte.
Unter Druck stehen einerseits konjunkturabhängige Titel wie Richemont (-2,5 Prozent), Sika (-1,8 Prozent) oder Holcim (-1,7 Prozent). Aber auch Aktien aus dem Gesundheitssektor wie Sandoz und Roche (beide -1,8 Prozent) gehören zu den grössten Verlierern.
Novartis (-1,3 Prozent) halten sich zwar etwas besser als Roche, ziehen den Gesamtmarkt aber ebenfalls nach unten. Beide Pharmaschwergewichte hatten am Vortag noch mehr als 2 Prozent zugelegt.
Ohne spezielle Nachrichten fallen auch Lonza (-1,5 Prozent), ABB (-1,1 Prozent) und Alcon (-1,4 Prozent) deutlicher zurück.
Innerhalb des SMIM bilden Straumann (-2,9 Prozent), Avolta (-2,7 Prozent) und DSM Firmenich (-2,6 Prozent) das Schlusstrio. Für letztere hat die Bank Vontobel das Rating auf «Hold» von zuvor «Buy» zurückgenommen.
Sonova (+1,0 Prozent) hingegen halten sich gegen den negativen Gesamttrend klar im Plus. Dass es hier nach einem zuletzt mehr als drei Wochen dauernden Aufwärtstrend noch nicht zu Gewinnmitnahmen kommt, dürfte auch mit einer Hochstufung durch Goldman Sachs auf «Buy» zu tun haben. Die US-Bank sieht ein wieder anziehendes Wachstum in der Branche und dabei Marktanteilsgewinne von Sonova.
Im breiten Markt fallen Newron mit einem Minus von 5,0 Prozent auf, wobei dieses in der Spitze gar bei rund 20 Prozent gelegen hat. Das Pharmaunternehmen hat von der US-Arzneimittelbehörde FDA ein schriftliches Dokument zu dem seit April 2026 bestehenden klinischen Stopp in US-Studienzentren erhalten.
Gegen den Trend ziehen hingegen Emmi (+2,6 Prozent) klar an. Grund für den heutigen Kursanstieg dürfte eine Kaufempfehlung der Bank Vontobel sein mit einem Kursziel von 1100 Franken und damit nicht allzu weit entfernt von früheren Höchstständen.
cf/hr
(AWP)
