Als massgeblich treibende Kraft werten Börsianer den US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag. Mit den schwächer als erwartet ausgefallenen Daten fielen die «akuten Zinssorgen massiv und liessen die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im Oktober abstürzen», fasst es ein Händler zusammen.
Mit den aktuellen Aufschlägen hält sich der hiesige Markt etwas besser als seine europäischen Pendants. Laut Händlern sorgen die Nachrichten aus Europa für eine anhaltende Spannung. So bleiben die hohen Renditen französischer Staatsanleihen weiterhin ein Belastungsfaktor. Sie spiegeln das Misstrauen der Anleger gegenüber der französischen Fiskalpolitik und der hohen Staatsverschuldung wider. In Spanien hat der linke Regierungschef Pedro Sánchez derweil die Flucht nach vorn angetreten und eine vorgezogene Wahl angekündigt, nachdem er mit seinen Dekreten zur Bekämpfung der Wohnungsnot gescheitert ist.
Bond-Auktionen im Fokus
Angesichts eines vergleichsweise leeren Kalenders für diese Woche dürften verschiedene Auktionen in den Fokus rücken. Sie dürften nach Ansicht einer Händlerin einige Hinweise darauf geben, wie es um die Nachfrage der Anleger steht. So verkauft Frankreich heute kurzfristige Schatzwechsel, Österreich tritt morgen an den Markt, und Deutschland verkauft am Mittwoch siebenjährige Anleihen. «Es wird interessant sein zu sehen, ob die Nachfrage ausserhalb Frankreichs weiterhin robust bleibt oder ob sich die Nervosität ausbreitet.»
Jenseits des Atlantiks könnten die Auktionen von 10- und 30-jährigen US-Anleihen zusätzlichen Druck ausüben: Wenn die Anleger dort noch höhere Renditen verlangen, könnten europäische Anleihen Schwierigkeiten haben, Entlastung zu finden.
Analystenkommentare bewegen
Der SMI gewinnt gegen 10.50 Uhr 0,53 Prozent auf 13'733,36 Punkte hinzu. Sein bisheriges Tageshoch hat das Barometer zuvor bei 13'758 Punkten gesetzt. Nachdem im frühen Handel noch die Verlierer in der Überzahl waren, sind es nun ganz klar die Gewinner (14). Der Mid-Cap-Index SMIM legt um 0,41 Prozent auf 3064,00 Punkte zu und der breite SPI gewinnt 0,45 Prozent auf 19'483,71 Zähler.
Unter den grössten Gewinnern sind mit Galderma und den beiden Schwergewichten Novartis und Roche vor allem Gesundheitswerte zu finden. Sie ziehen zwischen 1,8 und 1,1 Prozent an. Das dritte Schwergewicht Nestlé (-0,03 Prozent) hinkt dem Markt dagegen etwas hinterher.
Auch Unternehmensnachrichten sind zum Wochenstart eher Mangelware. In diesem Umfeld sorgen stattdessen Analystenkommentare für Bewegung. So ziehen Givaudan um 1,1 Prozent an, nachdem Barclays sie hochgestuft hat. Auch bei Richemont (+0,4 Prozent) greifen Investoren nach positiven Analystenkommentaren zu.
Baunahe Werte und Techtitel unter Druck
Im Verliererfeld sind mit ABB (-0,8 Prozent), Geberit (-0,5 Prozent) und Sika (-0,3 Prozent) vor allem baunahe Werte zu finden.
Etwas schwer tun sich zudem Technologiewerte. Bei den Blue Chips verliert Logitech 0,7 Prozent. In den hinteren Reihen geben Comet (-1,8 Prozent) und Inficon (-1,6 Prozent) nach. Sie waren am Freitag noch angesichts fester US-Techwerte zum Teil deutlich gestiegen.
Auch in den hinteren Reihen sind es vor allem Analystenkommentare, die für Bewegung sorgen. Tecan (+3,8 Prozent auf 240 Fr.) erhalten von Berenberg Rückenwind. Der Analyst ruft ein neues Kursziel von 300 Franken aus. Auch Clariant (1,0 Prozent) sind nach einem erhöhten Kursziel gesucht.
hr/ls
(AWP)
