Am Nachmittag steht dann mit den US-Inflationsdaten für Juli der konjunkturelle Höhepunkt der Woche bevor. Zuvor dürfte sich niemand aus der Deckung wagen. Es wird ein leichter Rückgang der Inflationsrate erwartet. Sollte sich dies bewahrheiten, würden die bereits durch einen schwachen Arbeitsmarkt gedämpften Zinserhöhungserwartungen wohl weiter gebremst. «Derzeit sind die Erwartungen für und gegen eine Zinserhöhung im September bei 50:50 - also auch nicht besser als ein Münzwurf», kommentiert ein Börsianer.
SMI scheut nach Rekordhoch zurück
Der SMI verliert gegen 10.50 Uhr 0,78 Prozent auf 14'462,09 Punkte und entfernt sich damit wieder deutlicher von seinem gestrigen Rekordhoch bei knapp 14'670 Zählern. Die Verlierer sind klar in der Überzahl. Der Mid-Cap-Index SMIM hält sich mit einem knappen Minus von 0,04 Prozent auf 3204,31 Punkte recht stabil, während der breite SPI um 0,61 Prozent auf 20'387,99 Punkte fällt.
Im Leitindex übernehmen Alcon (-3,1 Prozent) die rote Laterne. Händler verweisen beim Augenheilkundekonzern nach den Gewinnen der letzten Wochen und insbesondere den Zahlen auf Gewinnmitnahmen.
Aber auch die Schwergewichte Roche (-1,7 Prozent), Novartis (-1,5 Prozent) und Nestlé (-0,9 Prozent) ziehen den SMI nach unten. Hingegen zeigen sich ABB (+1,5 Prozent) an der Indexspitze fest, gefolgt von den Werten aus der Baubranche mit Amrize (+1,4 Prozent), Holcim (+0,8 Prozent) und Sika (+0,3 Prozent). Händler sprechen denn auch von Umschichtungen in zyklische Aktien und Finanzwerte.
Kühne+Nagel (+unv.) halten sich noch im vorderen Mittelfeld. Die ZKB erwartet, dass der globale Containerhandel durch die tiefen Wasserstände im Panamakanal noch komplizierter wird - hier hatten die Gebühren für Transitplätze jüngst Rekordhöhen erreicht. Der damit verbundene Anstieg der Frachtraten dürfte kurzfristig positiv für den Logistiker wirken.
Wenig Reaktion entlocken Sonova (+0,1 Prozent) die an sich starken Zahlen und ein höherer Ausblick des Konkurrent William Demant. Händlern zufolge könnte die neu lancierte Plattform «Oticon Reveal» durch den Wettbewerber die Stimmung für Sonova dämpfen. Allerdings reagieren auch Demant-Aktien selbst eher zurückhaltend auf die Zahlen.
Clariant profitieren von Studien
Gleich drei Hochstufungen auf «Buy» schieben Clariant (+3,4 Prozent) an. Goldman Sachs, Berenberg und Research Partners haben ihre Modelle überarbeitet, nachdem ein Amsterdamer Gericht kürzlich eine Kartellklage des Mineralölriesen Shell abgewiesen hatte.
Ebenfalls kräftig nach oben geht es für Zehnder (+3,6 Prozent). Der Raumklimaspezialist profitiert von der Sommerhitze und einem möglichen Verkauf des margenschwächeren Radiatorengeschäfts. Zusätzlich verleiht eine Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux Rückenwind.
Temenos (+1,0 Prozent) reagieren positiv auf das neu lancierte Aktienrückkaufprogramm im Umfang von bis zu 100 Millionen Franken.
Indes sorgt bei Sunrise (-1,6 Prozent) eine Woche vor den Zahlen eine bekräftigte Verkaufsempfehlung von JPMorgan für Verluste.
dm/hr
(AWP)
