Ob die Kursparty an den Aktienmärkten der vergangenen Monate vorbei ist oder nicht, darüber gehen die Meinungen wie üblich auseinander. Das Umfeld dürfte schwierig bleiben, heisst es einerseits in Marktkreisen. Es gibt andererseits auch zuversichtlichere Stimmen. «Unser Basisszenario bleibt positiv», schrieb etwa das Investment Office der UBS in seiner jüngsten Einschätzung der Lage. Die Ausgaben für KI dürften demnach robust bleiben und auch die Gewinne der Unternehmen sollten sich weiter gut entwickeln. Ausserdem erwartet die Bank nachlassenden Druck von der Inflationsseite her. Die Aktienmärkte könnten sich deshalb durchaus wieder nach oben bewegen, so das Fazit der Bank.
Ölpreis hält sich deutlich über 90 US-Dollar
Aus dem Nahen Osten gibt es weiterhin keine Zeichen für eine baldige Lösung. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt angekündigt, den wirtschaftlichen Druck auf den Iran drastisch erhöhen zu wollen. Der Ölpreis hat sich entsprechend der undurchsichtigen Lage von einem Stand bei unter 80 Dollar noch zu Beginn des Monats zuletzt auf klar über 90 Dollar nach oben bewegt. Das Fass der Sorte Brent hielt sich am Berichtstag im Bereich von 94 Dollar.
Der SMI legt bis Börsenschluss 0,62 Prozent auf 14'456,98 Punkte zu. Die Spanne zwischen dem Tagestief bei rund 14'280 und dem Tageshoch bei 14'474 war mit über 190 Punkten relativ gross. Im Wochenvergleich ergab sich für den SMI ein Plus von 0,5 Prozent.
Der Mid-Cap-Index SMIM zog um 0,55 Prozent auf 3157,21 Punkte an und der breite SPI 0,59 Prozent auf 20'317,78 Punkte.
Die Aufholjagd des SMI am Nachmittag war insbesondere den Pharma-Schwergewichten Roche (+1,0 Prozent) und Novartis (+0,9 Prozent) zu verdanken, die bis am frühen Nachmittag noch klar im Minus standen. Beide Aktien blicken damit auf eine starke Woche zurück, in der sie die Verluste der Vorwoche mehr als wieder wettmachten. Sowohl Roche als auch Novartis wurden in einer Einschätzung der Migros Bank - nebst zahlreichen anderen Schweizer Unternehmen - auch als Profiteure des erweiterten Freihandelsabkommens mit China bezeichnet.
Auch Richemont (+1,5 Prozent) und Swatch (+0,8 Prozent) dürften vom künftig verbesserten Handelsumfeld mit China zumindest etwas Rückenwind erhalten haben. Für beide ist China ein wichtiger Absatzmarkt, auch wenn dieser in den vergangenen Monaten etwas an Bedeutung verloren hat.
Die grössten Gewinne fuhren daneben zyklische und baunahe Werte wie Kühne+Nagel (+2,8 Prozent), Geberit (+1,4 Prozent) und Sika (+1,0 Prozent) ein. Auch Holcim (+0,9 Prozent) verteuerten sich um knapp 1 Prozent, dies nach einem Zukauf. Der Zementhersteller übernimmt das deutsche Unternehmen Fermacell für 840 Millionen Euro. In Marktkreisen wurde die Akquisition grundsätzlich positiv beurteilt.
Die einzigen Verlierer im SMI waren Swisscom (-0,9 Prozent), Alcon (-0,8 Prozent), UBS (-0,5 Prozent) und mit noch moderateren Abgaben Swiss Life und Partners Group.
Im breiteren Markt kletterten Vetropack (+9,5 Prozent) und Siegfried (+2,7 Prozent) nach Zahlen deutlich in die Höhe, während Georg Fischer (+3,3 Prozent) dank einer Aufstufung auf «Kaufen» von «Halten» durch Research Partners die Spitzenposition innerhalb des SMIM ergatterten.
Für Straumann (-3,3 Prozent) ging es hingegen nach einer Abstufung durch die Deutsche Bank auf «Hold» von «Buy» in die andere Richtung.
cf/uh
(AWP)
